Zeitung Heute : Knigge für Kleine

Wie sich Existenzgründer und Freelancer im Wettbewerb behaupten können

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Im Wettbewerb mit Branchengrößen ist Professionalität für Freiberufler und Kleinunternehmer das A und O. Da es für den ersten Eindruck keine zweite Chance gibt, gehört dazu auch das richtige Auftreten von Chef und Mitarbeitern bei potenziellen Kunden – Fachwissen allein sorgt noch nicht für den erhofften Geschäftserfolg. „Gerade bei kleinen Firmen und Freelancern hapert es oft an den Grundlagen für den gelungenen Geschäftsauftritt“, meint Uta Blankenfeld, Geschäftsführerin der projektwerk GmbH aus Hamburg. Wie man mit wenig Aufwand seine Außenwirkung verbessert und Fettnäpfchen vermeidet, hat die Expertin für ProjektOutsourcing in zehn Tipps zusammengefasst:

1. Geschäftsidee fokussieren: Bieten Sie nur das an, was Sie wirklich können. Verzetteln Sie sich nicht in einem zu breit gefächerten Portfolio. Präsentieren Sie Ihre Stärken und Kompetenzen und belegen Sie diese mit Referenzen oder Abschlüssen.

2. Glaubwürdigkeit ausstrahlen: Vermeiden Sie in Ihrem Werbematerial Superlative. Es ist schwer beweisbar und vor allem sehr unwahrscheinlich, dass ein Drei-Mann-Unternehmen „Deutschlands größten Online-Shop“ für ein bestimmtes Segment betreibt.

3. Professionell auftreten: Pünktlichkeit zählt. Im Geschäftsleben gibt es kein akademisches Viertel. Auch ein flapsiger Ton oder die falsche Kleidung machen bei Geschäftspartnern einen schlechten Eindruck. Die Faustregel: Wählen Sie eine Garderobe, die zu der Ihres Gesprächspartners passt.

4. Selbstbewusst wirken: Bei aller gebotenen Höflichkeit – Sie sind für Ihren Kunden Unternehmer, kein Bittsteller. Falsche Bescheidenheit ist fehl am Platz und wirkt auch bei Vertretern kleiner Dienstleistungsfirmen unprofessionell.

5. Erreichbarkeit sicherstellen: Nutzen Sie die moderne Kommunikationstechnologie für eine durchgehende Erreichbarkeit. Vor allem Einzelunternehmer müssen dafür sorgen, dass Anrufer nicht ins Leere laufen.

6. Corporate Design schaffen: Ohne Briefpapier und Visitenkarte geht es nicht. Ihre Geschäftspapiere sollten „aus einem Guss“ sein. Auch der Internetauftritt muss dem Corporate Design folgen. Inhalte und Links sollten auf Herz und Nieren geprüft sein, bevor Sie Ihre Website online stellen. Ständige „Baustellen“ oder veraltete Daten sind keine gute Visitenkarte.

7. Kunden zuhören: Auch wenn Sie auf Ihrem Gebiet Spezialist sind – gehen Sie nie mit einer fertigen Lösung im Kopf in das Kundengespräch. Ihr Auftraggeber merkt schnell, wenn Sie ihm unbedingt Ihre Standardlösung verkaufen wollen. Nur wer seinem Gesprächspartner gut zuhört, auf dessen Wünsche eingeht und eine flexible Lösung erarbeitet, qualifiziert sich als Profi.

8. Preise kalkulieren: Wer genau weiß, warum welche Leistung wie viel kostet, kann Nachfragen souverän beantworten. Fantasiesummen bezahlen Auftraggeber in der Regel höchstens ein Mal und Dumpinghonorare lassen schnell Zweifel an der Qualität Ihrer Arbeit aufkommen.

9. Partner vorstellen: Wenn Sie einen Auftrag gemeinsam mit anderen Dienstleistern erledigen wollen, sollten Sie nicht diffus von Netzwerken sprechen. Ihr Auftraggeber will wissen, mit wem er es zu tun hat. Nennen Sie die Namen Ihrer Kooperationspartner, erklären Sie deren Kompetenzen und legen Sie fest, wer die Verantwortung trägt.

10. Kunden halten: Nach Ende eines Projektes sollten Sie den Kunden nach seiner Zufriedenheit fragen und den Kontakt halten. Folgeaufträge sind meist leichter zu akquirieren als Neukunden. Nutzen Sie erfolgreich abgeschlossene Projekte für Ihr Marketing – zufriedene Auftraggeber sind die beste Visitenkarte für Ihr Unternehmen. Tsp

Weitere Infos im Internet unter:

www.projektwerk.de

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