Zeitung Heute : Knusprig und leicht

Das Zing in der Grolmannstraße bietet panasiatische Küche Nicht nur die winzige Weinkarte setzt Höhepunkte

Bernd Matthies

Hat mal wer behauptet, die West-City sei tot? Der Rummel, der rund um den Savignyplatz allabendlich tobt, beweist das Gegenteil. Klassiker wie „Florian“ oder „Zwiebelfisch“ scheinen unsinkbar, asiatische Restaurants haben praktisch eine Lizenz zum Gelddrucken. Heißester Tipp zurzeit: Das „Zing“, ein paar Schritte schräg über den Platz in der Grolmanstraße. Schlicht, dunkel, eng, also genau das, was eine Gegend braucht, in der die meisten Gäste panische Angst vor Licht, eingedeckten Tischen, Stoffservietten und Flaschenwein haben.

Das Küchenkonzept folgt der panasiatischen Mode mit chinesischem Schwerpunkt, handwerklich sauber, individuell gewürzt. Der Teig zu den Dim Sum ist angenehm dünn und klappt dennoch nicht schon beim Servieren auseinander; hier kommen sogar die gebackenen Dim Sum nicht aus der Friteuse und schmecken knusprig leicht. Wunderbar ist die „Ente Peking Style“, herrlich knusprig ohne Gezadder, die Pfannkuchen hauchdünn, Saucen genau abgestimmt. Das Hongkong-Rindfleisch fiel dagegen ein wenig ab, fast dezent in der Würzung und mit viel salzlos gekochtem Pak Choi nicht gut begleitet. Die winzige Weinkarte bietet Höhepunkte: Der ausgezeichnete trockene Pfälzer Riesling von Christmann ist mit 4,10 Euro (0,2 l) sehr günstig.

Ach ja: Die Peking-Ente war mit 14,50 Euro schon das teuerste Gericht.

Zing, Grolmanstr. 21, Tel. 3759 13 39, täglich ab 11 Uhr.

Haben auch Sie einen Buch- oder Gastro-Tipp? Schreiben Sie uns: redaktion@rundumskarree.de

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben