Zeitung Heute : Königin der Gemüse

Die Artischocke ist eine mehrjährige Pflanze, leider nicht winterhart

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Geerntet werden Artischocken, wenn die Knospen noch geschlossen sind. Foto: dpa

Der französische Adel nannte die Artischocke (Cynara scolymus) einst die „Königin der Gemüse“. Heute wird sie auch hierzulande von Liebhabern der mediterranen Küche wegen des feinherben bis zartbitteren Geschmacks der essbaren Blütenböden geschätzt. Beim Kauf fühlen sich frische Artischocken prall und fest an. Sie liegen schwer in der Hand. Der Stiel darf nicht ausgetrocknet wirken. Je länger er ist, desto haltbarer bleibt das Gemüse im Kühlschrank. Sie lassen sich wenige Tage, eingewickelt in ein feuchtes Tuch, aufbewahren. Empfehlenswert ist es jedoch, Artischocken noch am Tag des Kaufs zuzubereiten.

Ein kleiner Kraftakt ist beim Zubereiten nach dem Abspülen mit kaltem Wasser das Abbrechens des Stiels. Das macht man am besten über einer Tischkante. Dadurch lösen sich die harten, ungenießbaren Fasern vom Boden. Dann werden die äußeren Blätter und die Spitze der Artischocke abgeschnitten. Wer beim Essen keine Arbeit haben möchte, sollte die Blätter vorsichtig aufbiegen, die inneren herausdrehen und das ungenießbare „Heu“ entfernen. Damit sich die Schnittstellen nicht verfärben, werden sie sogleich mit Zitronensaft beträufelt. Aus diesem Grund kommt auch Zitrone oder Weißwein in das gesalzene Kochwasser.

Die Artischocke ist eine mehrjährige Distelpflanze und nicht winterhart. Sie blüht meist im zweiten Jahr und entwickelt dann erst die schmackhaften Blütenböden, erläutert der Bundesverband Deutscher Gartenfreunde (BDG).

Für eine erfolgreiche Ernte im nächsten Sommer muss rechtzeitig mit dem Winterschutz begonnen werden. Die Artischockenpflanzen werden dazu locker mit Laub bedeckt. Liegt das Laub zu dicht auf den Pflanzen, kann es faulen. Auch ein nasser Boden schadet der Pflanze. Um das Verwehen des Laubes zu verhindern, können ein Netz oder ein großes Gefäß über die Pflanze gestülpt werden. Je nach Witterung, aber spätestens Anfang April, wird die „Winterhaube“ wieder entfernt, rät der BDG. Tsp/dpa

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