Kolumbien : Nach sechs Jahren: Ingrid Betancourt ist frei

Kolumbiens Militär beendet die Geiselnahme der früheren Präsidentschaftskandidatin.

Buenos Aires/Bogotá - Die frühere kolumbianische Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt ist nach fast sechseinhalb Jahren Geiselhaft bei den linken Farc-Rebellen am Mittwoch durch einen spektakulären Trick des Militärs befreit worden. Insgesamt kamen 15 Menschen frei – neben Betancourt noch drei US- Amerikaner und elf weitere Geiseln. Die Rebellen hätten ihre im Südwesten des Landes festgehaltenen Geiseln in einem gemieteten zivilen Hubschrauber transportieren wollen, sagte Verteidigungsminister Juan Manuel Santos. Tatsächlich habe es sich aber um eine Maschine der Streitkräfte gehandelt, fügte der Minister hinzu. „Es wurde nicht ein Schuss abgegeben und die Ex-Geiseln sind in guter Verfassung“, sagte Santos weiter.

Santos gab am Mittwoch in Bogotá weiter bekannt, dass zugleich drei US-Bürger und elf andere Geiseln befreit wurden. Die Befreiungsaktion erfolgte demnach in einem Waldgebiet des Verwaltungsbezirks Guaviare im Südwesten des Landes. Die Freigekommenen sollten laut Santos zum Militärstützpunkt Tolemaida gebracht werden. „Wir arbeiten weiter an der Befreiung der anderen Geiseln.“ Er forderte die „aktuelle Führung“ der marxistischen „Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens“ (Farc) auf, sie solle „die Geiseln freilassen und ihre Leute nicht opfern“. Nach den amtlichen Angaben erfolgte die Befreiung 72 Kilometer von San José del Guaviare entfernt in einem Waldgebiet. Betancourt befand sich seit Februar 2002 in der Gewalt der Farc, die drei US-Bürger Marc Gonsalves, Thomas Howes und Keith Stansell wurden seit 2003 festgehalten.

Für politische Beobachter in der Hauptstadt Bogotá war die Befreiung am Mittwoch der bisher schwerste Schlag der Regierung des konservativen Präsidenten Alvaro Uribe gegen die marxistische Rebellengruppe. Die Farc, die den Staat schon seit mehr als 40 Jahren bekämpfen, hatten im März schon ihren Gründer Manuel Marulanda verloren. Bereits am 1. März war Marulandas informeller Stellvertreter Raúl Reyes bei einem Angriff getötet worden. Die Zahl der Farc-Guerilleros soll von früher 18 000 auf unter 10 000 gefallen sein. dpa/AFP

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