Zeitung Heute : Kommission: 30 zivile Opfer bei Luftangriff

Kabul - Bei dem von der Bundeswehr angeordneten Bombardement im nordafghanischen Kundus sind nach Angaben der von Präsident Hamid Karsai eingesetzten Untersuchungskommission 30 Zivilisten getötet worden. Neun weitere Zivilisten seien verletzt worden, sagte Kommissionsmitglied Mohammadullah Baktasch am Sonntag in Kabul. Die Bundesregierung hat bisher keine zivilen Opfer eingestanden. Da es jedoch klare Hinweise darauf gab, dass bei dem Bombenabwurf auf zwei von den Taliban entführte Tanklastwagen Unschuldige getroffen worden waren, sieht sich die Bundeswehr harscher Kritik von ihren Nato-Verbündeten ausgesetzt. Diese halten den Luftangriff für eine überzogene Reaktion und fürchten eine weitere Zunahme der Gewalt. Allein am Wochenende wurden bei Anschlägen mehr als 50 Menschen getötet.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) konkretisierte unterdessen seine Abzugsüberlegungen. „In der nächsten Legislaturperiode gilt es, die Grundlagen für den Abzug aus Afghanistan zu schaffen. Dazu müssen wir jetzt die Weichen richtig stellen“, heißt es in einem zweiseitigen Papier mit dem Titel „Zehn Schritte für Afghanistan“, das dem Tagesspiegel vorliegt. Als erste Stufe des Plans wird die Übergabe der Verantwortung für den Bundeswehr-Standort Faisabad an afghanische Sicherheitskräfte bis 2011 anvisiert. Bis dahin soll in allen 122 Distrikten des von Deutschland überwachten Norden Afghanistans „eine angemessen ausgebildete Polizei“ existieren. Bislang ist das deutsche Polizeiprojekt von der Zielmarke weit entfernt: Derzeit sind nicht einmal 20 Distrikte einbezogen. Tsp

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