Zeitung Heute : Kommt das Bezahlen im Internet jetzt in Mode?

Torsten Hampel

In dieser Woche startete mit dem "Wissensportal" Xipolis.net das erste kostenpflichtige Multi-Nachschlagewerk für ein Großpublikum. Neben dem Zugriff auf prominente Lexika wie die Brockhaus-Enzyklopädie, die Langenscheidt-Wörterbücher oder den Duden gehört zum Beispiel auch der Tagesspiegel zu den Quellen, die dem Benutzer zur Verfügung gestellt werden. Nicht für alle Angebote von Xipolis.net muss bezahlt werden, nur der Premium-Bereich ist kostenpflichtig. Ein Artikel aus dem großen Brockhaus kostet 1,50 Mark.

Die Mischvariante - kostenlose Angebote mit zu bezahlenden Inhalten zu kombinieren - praktizieren auch andere Online-Unternehmen, die Textinhalte ins Internet bringen. Entweder soll über den Massenzugriff auf die Web-Seiten das Angebot über Bannerwerbung und Sponsoren finanziert werden. Oder man lässt die User für jeden Zugriff bezahlen. Bei vergleichsweise wertvollen Inhalten ist das oft der Fall. Hochwertige Informationen, zum Beispiel Texte aus wissenschaftlichen Publikationen oder Unternehmensprofile aus Finanzzeitungen, richten sich an ein kleines Publikum, das dafür in die Tasche greifen muss. Dass dieses Modell nur bei exklusiven Informationen funktioniert, galt bei den Verlagsverantwortlichen bislang als gesichert. Doch hat diese Sicherheit noch Gültigkeit? Mit dem bei Xipolis eingeführten Pay-per-View-Modell wird schließlich das Bezahlt-Internet auf den Massenmarkt ausgeweitet. Anstatt sich jährlich die neueste Lexika-CD zu kaufen, lieber nur für die Artikel zahlen, die man wirklich braucht, heißt die dahinter stehende Überlegung. Die Idee läßt sich beliebig weiterführen, bis hin zu Zeitschriften und Zeitungen...

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