Zeitung Heute : KOMÖDIE

Lars und die Frauen

Martin Schwickert

„Das ist Bianca“, stellt Lars (Ryan Gosling, Foto) die neue Freundin vor. Die Kamera schaut in die fassungslosen Gesichter seines Bruders Gus und dessen Frau Karin. Denn Lars sitzt mit einer lebensgroßen Sexpuppe auf dem Sofa. Die örtliche Psychologin rät dazu, die synthetische Verlobte zu akzeptieren. Und so sitzt die Gummibraut auch schon bald auf der Kirchenbank und bekommt sogar einen Aushilfsjob. Trotz des etwas harmoniesüchtigen Kleinstadt-Settings entfaltet „Lars und die Frauen“ seinen eigenen skurrilen Charme. Nie verrät Ryan Gosling mit seinem perfekt ausbalancierten Spiel die Figur an billige Lustspiel-Klischees. Es sind vor allem die überzeugenden schauspielerischen Leistungen, die den angenehm entspannten Grundton bestimmen, mit dem der Film über die Durchlässigkeit von Normalität und Wahnsinn nachdenkt. Charmant skurril. Martin Schwickert

„Lars und die Frauen“, USA 2007, 106 Min., R: Craig Gillespie,

D: Ryan Gosling, Emily Mortimer, Paul Schneider

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