Zeitung Heute : KOMÖDIE

Finnischer Tango

Kai Kolwitz

„Wer ist hier eigentlich gehandicapt?“, ist die klassische Frage, wenn es um Stoffe geht, in denen Normalos und Behinderte aufeinandertreffen. Da macht auch „Finnischer Tango“ keine Ausnahme, in dem sich der selbstfixierte Musiker Alex nach einem Unfall als Epileptiker in eine betreute WG einschleicht. Bemerkenswert ist, mit welcher Leichtigkeit der Film Tabus demontiert und dabei eine Menge Komik generiert: Sex unter Behinderten? Sterbehilfe? Alles eine Frage der Einstellung, scheint Alex zu denken und kann jedem Mitbewohner ein wenig weiterhelfen – gerade weil er dabei meist an seinen eigenen Profit denkt. Gespielt wird „Finnischer Tango“ von einem gemischt behindert-nichtbehinderten Ensemble, aus dem neben Hauptdarsteller Christoph Bach die mit dem Down-Syndrom geborene Nele Winkler herausragt. Spaßig und tiefsinnig. Kai Kolwitz

„Finnischer Tango“, D 2008, 91 Min., R: Buket Alakus, D: Christoph Bach, Fabian Busch

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