Zeitung Heute : KOMÖDIE

Shopaholic

Daniela Sannwald

Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs: Wie Hyänen fallen sie in einem Designer-Outlet über Gucci-Stiefel her, reißen sich knallbunte Prada-Fetzen aus den Händen, zerren an Schals und gehen dann, tütenbepackt, zur Selbsthilfegruppe der Einkaufssüchtigen. Es ist der ad absurdum geführte Konsum in den reichen Ländern der Erde, den „Shopaholic“ durchaus amüsant thematisiert. Kreischig und kunterbunt wie die Kleidung der Protagonistinnen ist auch die Inszenierung. Die Übersteigerung ins Hyperreale entlarvt den Wahnsinn, der dem exzessiven Shoppen zugrunde liegt. Zwar geht es für die Heldin Rebecca, eine Journalistin Ende 20 in New York, nochmal glimpflich aus, wird sie doch am Ende ihre Schulden und den Inhalt ihres Kleiderschranks los und kriegt dafür den Mann, aber so richtig wohl ist es einem dabei nicht. Angucken statt einkaufen! Daniela Sannwald

„Shopaholic“, USA 2008,

R: P. J. Hogan, D: Isla Fisher, Hugh Dancy, Krysten Ritter

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