Zeitung Heute : KOMÖDIE

Eine Insel namens Udo

Martin Ernst

Kurt Krömer invisible lautet das Motto im ersten Kinofilm des Neuköllner Comedians. Sein Held Udo ist „schwersichtbar“. Nur wenn er Menschen anspricht, können sie ihn wahrnehmen. Als Kaufhausdetektiv ein Ass, lebt der schrullige Kauz in der Zeltabteilung. Bis ihm die Hotelmanagerin Jasmin (Fritzi Haberlandt) auf die Finger haut, die Udo als Einzige wahrnimmt und sich nach einem schüchternen Date in ihn verliebt. Die Folge: Udo verliert nicht nur Herz und Unschuld – sondern auch seine Unsichtbarkeit. Das ist mitunter recht witzig: Auf dem Weg ins normale Leben tappt Krömer, wie immer eigenwillig gekleidet, in tellergroße Fettnäpfchen. Schade, dass der Film das Screwballprinzip nicht ausreizt und nach der ersten halben Stunde mit ansprechender Situationskomik zunehmend verflacht. Die Fabel um Unscheinbarkeit, Anderssein und Selbstfindung hätte mehr Potenzial gehabt. Vorhersehbar.Martin Ernst

D 2011, 81 Min., R: Markus Sehr, D: Fritzi Haberland, Kurt Krömer

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