Zeitung Heute : KOMÖDIE

Kill Me Please.

Eine entlegene Klinik im belgischen Wald. Tiefer Winter. Hierhin kommen Reiche, Künstler, verkrachte Existenzen – Hauptsache lebensmüde. Denn im Etablissement von Docteur Kruger (Aurélien Recoing) wird auf eigenen Wunsch gestorben, und zwar mit Stil. Schließlich soll der Tod den Lebenabschiednehmern gut stehen, und da scheiden hässliche Blutbäder im Bad mit aufgeschnittenen Pulsadern schon mal aus. So weit, so böse. Olias Barcos schwarze Groteske in Schwarzweiß hebt sorgfältig an, verliert sich dann aber bald in ellenlangen Improvisationsszenen und einer öden Killerfilmdramaturgie: Erst gehen die Patienten-Klienten mörderisch aufeinander los, dann erledigen aufgebrachte Dorfnachbarn den Rest. Überbau, der zum Nachdenken über das ernste Thema Suizid einlädt? Fehlanzeige. Wilder Witz? Anfangs. Insgesamt mäßig. Jan Schulz-Ojala

F/B 2010, 96 Min., R: Olias Barco, D: Aurélien Recoing, Bouli Lanners

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben