Zeitung Heute : KOMÖDIE

König von Deutschland.

Alles an ihm ist durchschnittlich: Thomas Müller verbringt täglich 223 Minuten vor dem Fernseher, fährt einen Golf und liebt seine Ehefrau Sabine ein wenig mehr als die Modelleisenbahn. Dieser Jedermann ist so gewöhnlich deutsch, dass es weh tut. Olli Dittrich spielt ihn mit sensationeller Unauffälligkeit, in einem Stoizismus wie bei Loriot. Als Müller nach 23 Jahren den Job verliert, will er sich von einer Brücke stürzen. Im letzten Moment wird er von einem smarten Manager (Wanja Mues) zurückgerissen. Müllers Neuanfang in dessen Firma ist in Wirklichkeit eine große Manipulation, der Ottonormalverbraucher wird zum Werkzeug einer perfiden Marktforschung. Der Debütfilm des Regisseurs David Dietl ist ein Triumph des Hauptdarstellers. „König von Deutschland“ ist eine gelungene Gesellschaftssatire – auch wenn ihr gegen Ende ein wenig die Luft ausgeht. Gut. Christian Schröder

D 2013, 97 Min., R: David Dietl, D: Olli Dittrich

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