KOMÖDIE„Anchorman – Die Legende kehrt zurück“ : Sendungsbewusstsein

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Foto: PPGFoto: Gemma LaMana

Ron Burgundy (Will Ferrell) hat es geschafft: Mit seiner bezaubernden Frau Veronica (Christina Applegate) moderiert er Ende der siebziger Jahre eine wichtige Nachrichtensendung in New York. Doch als sein scheidender Chef (Harrison Ford) Veronica zu seiner Nachfolgerin ernennt und Ron vor die Tür setzt, findet seine Erfolgsgeschichte ein jähes Ende. Ron verlässt Frau und Kind und versinkt in Vergessenheit und Depression, als ihm in seiner schwärzesten Stunde der Fernsehproduzent Freddie (Dylan Baker) eine zweite Chance anbietet. In New York bereitet gerade der erste 24-Stunden- Nachrichtenkanal der Welt seinen Sendestart vor, und Ron soll mit einem eigenen Team dabei sein.

Also reist Ron durchs Land und bringt die Gang wieder zusammen, mit der er im Vorgängerfilm vor zehn Jahren die Nachrichtenlandschaft Südkaliforniens aufgemischt hatte. Wie es sich für eine Fortsetzung gehört, wird ausgiebig Wiedersehen gefeiert: mit dem Sportreporter Champ Kind (David Koechner), der jetzt einen Imbiss betreibt, in dem er, der Gewinnmarge wegen, panierte Fledermausflügel verkauft, mit dem Lebemann Brian Fantana (Paul Rudd), mittlerweile ein gefragter Katzenfotograf, und mit dem Wetterfrosch Brick Tamland (Steve Carell). Gemeinsam wollen sie die Nachrichtenszene zurückerobern.

Dabei steht ihnen jedoch das Team von Jack Lime (James Marsden) im Weg, das den besseren Sendeplatz hat und Ron von Anfang an mit Verachtung begegnet. Um die arrogante Primetime-Konkurrenz zu schlagen, hecken Ron und seine Kumpane eine neue Strategie aus: Anstatt zu berichten, was in der Welt passiert ist, zeigen sie, was das Publikum sehen möchte. Emotionen, Patriotismus, Tieraufnahmen, reißerische Geschichten um Sex und Drogen, Verbrechen und Gewalt – Elemente, die aus heutiger Perspektive aus Nachrichtensendungen kaum mehr wegzudenken sind.

„Anchorman – Die Legende kehrt zurück“ ist nicht völlig frei von den üblichen Schwächen von Sequels, etwa dem Drang, aus dem Vorgänger zitieren und ihn übertreffen zu müssen. Was beim ersten Mal noch originell war, kommt in der Wiederholung oft als Masche daher. Insgesamt entfesseln Ferrell, Carell und Co. jedoch mehr als genug Aberwitz, um die Fortsetzung zu rechtfertigen. Und nebenbei erzählt der Film einiges darüber, wie sich die Nachrichtenbranche in den letzten 35 Jahren verändert hat. Überdreht.David Assmann

USA 2013, 113 Min., R: Adam McKay; D: Will

Ferrell, Paul Rudd, David Koechner, Steve Carell

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