Zeitung Heute : Konferenz zur Aktualität von Karl Marx

Margarete Stokowski

„Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert ...“. Sind die goldenen Lettern im Foyer alles, was an der Humboldt-Universität von Karl Marx übrig ist? Im Mai jedenfalls wird der Klassiker der Kapitalismuskritik die Uni an drei Tagen umtreiben. Es geht darum, Marx neu zu denken und nach seiner Aktualität und Relevanz für das 21. Jahrhundert zu fragen. „Re-Thinking Marx“ heißt die internationale Konferenz, die das Institut für Philosophie vom 20. bis 22. Mai 2011 veranstaltet. 50 bekannte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, darunter der Philosoph Étienne Balibar, die Soziologin Saskia Sassen, die Politikwissenschaftlerin Wendy Brown und der Sozialphilosoph Axel Honneth diskutieren über Themen wie Freiheit, Recht, Ausbeutung und Entfremdung. Neben großen Plenarveranstaltungen, etwa zur Kritik der Ökonomie oder zu Gerechtigkeit und gutem Leben, soll es kleinere Panels geben, unter anderem zu Geschlechterverhältnissen und Postkolonialismus. Rahel Jaeggi, Professorin für Praktische Philosophie, Rechts- und Sozialphilosophie, hofft, dass dabei verschiedene aktuelle Ansätze miteinander in einen Dialog gebracht werden: „Wir wünschen uns neue Verknüpfungen und produktive Diskussionen – jenseits von Grabenkämpfen und theoriepolitischen Frontstellungen.“ Begleitet wird die Konferenz von einem kulturellen Rahmenprogramm. In Kooperation mit dem Theater Hebbel am Ufer finden drei Vorstellungen von „little red“ statt, einer Theaterperformance zum Umgang mit verlorenen und wiedergefunden Utopien. Margarete Stokowski

„Re-Thinking Marx. Philosophie, Kritik, Praxis“, 20. bis 22. Mai, HU-Hauptgebäude, Unter den Linden 6, Berlin-Mitte (Infos unter: www.rethinking-marx.de).

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