Zeitung Heute : Konsolen-Hersteller zeigen neue Super-Frauen auf Spiele-Messe

Torsten Hampel

Neue Rivalinnen sollen der üppigsten Archäologin der Welt die Verehrer abjagen. Die Super-Frauen, die sich bald zur virtuellen Schönheit Lara Croft und ihren Windschattenfahrerinnen Kyoko Date und Busena gesellen werden, müssen wie Lara durch Abenteuerspiele wetzen, um sich ballern und Rätsel lösen. Ulala, Raven und Joanna Dark heißen sie und nach allem, was man bislang von ihnen zu sehen bekam, scheinen sie sehr schön zu sein. Zumindest funktionieren die Schlüsselreize.

Sega, Nintendo und Microsoft wollen dem Spiele-Renner "Tomb Raider" von Eidos Interactive mit eigenen Geschöpfen nacheifern und präsentierten ihre Lara-Klone auf der Electronic Entertainment Expo, der weltgrößten Messe für Videospiele, in Los Angeles. Der Sexbomben-Nachwuchs kleidet sich ähnlich wie Frau Croft, nämlich knapp. Ulala zum Beispiel trägt einen orangefarbenen Minirock, Joanna Dark bevorzugt eng anliegende, schwarze Einteiler. Sie ist die Heldin des neuen Nintendo-64-Spiels "Perfect Game", in dem sie als 23-jährige Geheimagentin allerlei Mutproben zu bestehen hat. Die Handlung dreht sich um das Klonen von Präsidenten der Vereinigten Staaten. Ob sie das verhindern oder forcieren soll - mal sehen.

Spielcomputer-Fabrikant Sega ist der Schöpfer der computergenerierten Minirock-Ulala. "Space Channel 5" heißt das dazu gehörende Spiel für die Sega-Dreamcast-Konsole. Heldin Ulala ist Nachrichtensprecherin von Beruf, sie hat lange Beine und kann damit tanzen. Das ist wichtig, denn mit dem Tanz werden böse Aliens, also Außerirdische, ruhig gestellt, die ein Raumschiff gestürmt haben. Haben die Eindringlinge erst einmal Vertrauen geschöpft, werden sie prompt abgeknallt. Die Tanzerei hat noch einen anderen Sinn. Sega verspricht sich davon, auch Spielerinnen, Frauen also, für "Space Channel 5" zu gewinnen. Bei denen kam Lara Croft seit ihrem Auftauchen im November 1996 nicht gut an. Von den bisher verkauften "Tomb Raider"-Versionen, an die fünf Millionen im deutschsprachigen Raum, ging gerade einmal jedes zehnte Spiel an eine Frau.

Microsoft zeigte in Los Angeles seine neue X-Box-Konsole. Vielleicht wird eine zierliche Dunkelhaarige, Raven heißt sie, bald in den Spielen dazu auftauchen. Entschieden ist noch nichts, Raven ist ein Prototyp. Falls sie die Rolle bekommt, wird man sie an dem tätowierten X auf ihrem Bauchnabel erkennen. Raven muss ein knappes Top tragen, damit man es sehen kann.

Es wird ernst für Lara. Der Auftritt ihrer Konkurrenz bei der Spiele-Messe war dafür ein Indiz. Noch im letzten Jahr war ihre Fleisch gewordene Kopie der Star in Los Angeles. Heuer drängten sich die Besucher bei Nintendo. Dort machte ein Model genau das, was die Lara-Inkarnation im vergangenen Jahr tat: im engen Leibchen posieren und Autogramme geben.Infos im Internet

www.laracroftism.de

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben