Zeitung Heute : Kontrollen sind nicht immer zu gewährleisten

Der Tagesspiegel

„Ich gehe davon aus, dass wir das Vier-Augen-Prinzip gewährleisten können“, sagt Mittes Sozialstadtrat Christian Hanke (SPD). Rund 180 Fälle kommen auf jeden seiner Sozialarbeiter. Betrügereien könne man nicht verhindern, es aber Betrügern „so schwer wie möglich“ machen. Die Revisoren haben jetzt ein Zusatzmodul erhalten, mit dem sie Bewegungen auf bestimmten Konten prüfen können. „Ich glaube, dass es weniger an PROSOZ als an den personellen Kapazitäten liegt“, so Martina Schmiedhofer (B90/Grüne) in Charlottenburg/Wilmersdorf. Bei 140 bis 150 Klienten pro Sozialarbeiter können die zweiten Augen einen Vorgang nicht so prüfen wie die eigenen. In Tempelhof-Schöneberg achtet man streng auf das Kontrollprinzip. Wer fahrlässig einen Kollegenvorgang abzeichnet, wird im Zweifelsfall zur Verantwortung gezogen, betont der stellvertretende Sozialdezernent Gerhard Lawrentz (CDU). „Es ist üblich, dass jemand gegenzeichnet“, sagt die neue Bürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg, Cornelia Reinauer (PDS). Bei langen Warteschlangen, so ihre Erfahrung als Sozialstadträtin in Marzahn, ist das nicht immer zu machen. In Reinickendorf ist nach der Reduzierung auf 110 Fälle pro Sachbearbeiter das Vier-Augen-Prinzip besser zu gewährleisten als in Sozialämtern mit höherer Arbeitsbelastung, erklärt Frank Balzer (CDU). Die Wahrscheinlichkeit der schnellen Aufdeckung betrügerischer Machenschaften sei deshalb sehr hoch. In Neukölln, wo sich der zweite Betrugsfall ereignete, war Sozialstadtrat Michael Büge (CDU) zu keiner Stellungnahme zu erreichen. du-

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