KONZERTNacht der Chöre : Ein Gespür für Gesang

Steffi Pyanoe

Jeder kann singen, meint Michael Betzner-Brandt. Für den Dozenten der Berliner Universität der Künste ist das keine Floskel. Der Dirigent, Vokalist und Pädagoge begründete vor zwei Jahren in Berlin den „Ich-kann-nicht-singen-Chor“ – für alle, die sich nur heimlich unter der Dusche oder beim Autofahren gesanglich outen. Wie ein gemeinsames Gesangserlebnis entstehen kann, dürfen die Besucher von Potsdams Nacht der Chöre am Samstag ausprobieren: Nach einem Abend voller Musik von über 400 Sängern aus sieben Berliner und Potsdamer Chören lädt Betzner-Brandt zum Schluss die Zuschauer zu einer Mitsingaktion ein. Bei körperlichen Übungen und Bewegungen soll der Sänger – ganz ohne Text und Noten – ein Gefühl für Stimme, Geräusche und Raumklang entwickeln.

Der Abend beginnt allerdings ganz klassisch als Konzert. Der Besucher wird sich jedoch oft zwischen einzelnen Vorführungen entscheiden müssen, denn zeitgleich werden im Laufe des Abends der große Saal sowie das Foyer bespielt. In drei Blöcken wird Chormusik unterschiedlichster Genres und Zeiten dargeboten. Den Auftakt gestaltet das Ensemble Vocal Groove, das gemeinsam mit der UdK-Big-Band und Solo-Stepptänzern das „Sacred Concert“ von Duke Ellington aufführt. Die Junge Kantorei Hermannswerder präsentiert Chormusik aus dem 19. Jahrhundert, der Jugendkammerchor der Singakademie Potsdam Musik von Renaissance bis Romantik. Das Ensemble Spirited tritt mit bekannten Pop-Hits auf, Berlin Vokal mit Jazz-Klassikern. Das Abschlusskonzert im großen Saal wird modern: Die Fabulous Fridays führen ein Stück von Benedict Goebel und eines von Michael Betzner- Brandt auf. Steffi Pyanoe

Nikolaisaal, Sa 23.2., 19 Uhr, 20 €

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben