KONZERTSaisonauftakt Nikolaisaal : Verflixt anrüchig

Steffi Pyanoe

Sie nennt sich First Lady des Neo-Swing. Alice Francis, Sängerin mit rumänisch-tansanischen Wurzeln, ist den zwanziger Jahren verfallen, mit all dem Glamour – und seinen verflixten Anrüchigkeiten. Der Lady ist womöglich gar nicht zu trauen: Alice Francis, brav mit Augenaufschlag und Paillettenkleidchen, wagt mit ihrer Gentlemen-Band den Schulterschluss zwischen der Dekade der Goldenen Zwanziger – Jazz, Swing, Charleston – und neuer Musik: Elektro, Rap, Hip-Hop. Ihr Konzert ist Teil der Saisoneröffnung des Nikolaisaals. Nach der Sommerpause meldet sich das Haus mit einem Straßenfest zurück. Mit dabei ist auch die Berliner Band The Major Minors, Berliner Filmpreis- Gewinner für den Soundtrack zu Jan-Ole Gerster Film „Oh Boy“.

Die Genres Kino und Konzert mischen sich auch beim Programm mit Dominique Horwitz. Der Schauspieler singt Robert Mitchum, der eben nicht nur einer der größten Filmstars seiner Zeit, sondern auch ein talentierter Sänger und Komponist war. In Hollywood war er ein Popstar – hierzulande wurden seine Platten jedoch oft gar nicht veröffentlicht. Begleitet vom Deutschen Filmorchester Babelsberg interpretiert Horwitz das Mitchum- Erbe neu und singt Jazz-Standards wie „What Is This Thing Called Love“, „Sunny“ oder „Make A Little Love To Me“. Joseph Haydns „Schöpfung“ erklingt bereits am Vorabend. Die Kammerakademie kombiniert das Oratorium über die Erschaffung der Welt mit visuellen Motiven aus der astrophysikalischen Forschung. Steffi Pyanoe

Nikolaisaal, Fr 23.8., 20 Uhr, 8-30 € („Schöpfung“), Sa 24.8., 19.30 Uhr, 8-30 € (Horwitz), ab 20.30 Uhr Straßenfest, Eintritt frei

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