Zeitung Heute : Kopflastig

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Was wird heute wichtig?

Nächste Instanz im Kopftuchstreit. Frauen sollen ihren Schmuck bedecken, heißt es im Koran. Diese Sure macht Probleme, bis in die Spitzen der deutschen Justiz. Am Donnerstag verhandelt das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig über das Kopftuch – wieder einmal, nachdem die aus Afghanistan stammende Lehrerin Fereshta Ludin dort schon einmal verloren hatte. Sie will in den Schuldienst aufgenommen werden. Geht nicht, sagen Behörden und Gerichte, weil sie mit ihrem Kopftuch das staatliche Neutralitätsgebot verletze. Ludin hatte den Streit vor das Bundesverfassungsgericht nach Karlsruhe getrieben. Dort gab man ihr Recht und auch wieder nicht. Einerseits, hieß es, könne man der jungen Muslimin nicht einfach verbieten, mit Kopftuch zu unterrichten. Andererseits schon – wenn nämlich ein Gesetz beschlossen wird, dass religiöse Symbole am Lehrpersonal nichts zu suchen hätten. Rein formal hatte Ludin diesen Rechtsstreit gewonnen. Bloß half ihr das nichts. In ihrer Heimat BadenWürttemberg hat man mittlerweile ein entsprechendes Gesetz erlassen. Jetzt muss das Bundesverwaltungsgericht prüfen, ob es auf den Fall Ludin angewendet werden kann. Und verhandelt zugleich den Fall einer Lehrerin aus Hannover, der ähnlich liegt. Das Ergebnis ist offen. So offen wie die Formulierungen in den Anti-Kopftuch-Gesetzen der Bundesländer. neu

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