Zeitung Heute : KOSTÜMFILM

Geliebte Clara

Christina Tilmann

Nein, Dirigieren hat sie nicht gelernt. Martina Gedeck steht vor dem Orchester und tanzt und wedelt, dass es eine Freude ist. Größtmögliche Expression in der Gestik – nur, dass das Musik werden soll, glaubt man nicht. Ein bisschen ist der ganze Film so: Große Geste allerorten – nur der Ton, der stimmt nicht recht. Und das, obwohl Regisseurin Helga Sanders-Brahms dem Idol ihres Vorfahren Johannes Brahms ein feministisches Denkmal setzen wollte. Ihre Clara Schumann ist die freie Künstlerin, die sich weder von reaktionären Orchestermusikern noch von einem labilen, aber nicht weniger machistischen Ehemann Robert Schumann (Pascal Greggory) einschüchtern lassen will. Martina Gedeck fegt wie ein Wind durch diesen Film. Nur die hölzernen Sätze, die sorgsamen Kulissen, die fallen dabei um. Bieder. Christina Tilmann

„Geliebte Clara“, D 2008,

107 Min., R: Helga Sanders- Brahms, D: Martina Gedeck,

Pascal Greggory, Malik Zidi

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