Zeitung Heute : KOSTÜMFILM

Buddenbrooks

Christiane Peitz

Die Krise ist groß, da wärmt man sich gern an einem Film, in dem ein solides Familienunternehmen aus dem 19. Jahrhundert den Bach runtergeht. Heinrich Breloers „Buddenbrooks“-Adaption, die Saga vom Lübecker Kaufmannsclan, beginnt mit einem Leiterwagen -Wettrennen und einem Fest, bei dem sich die Buddenbrooks im Walzertakt drehen – der Konsul (Armin Mueller-Stahl), die Gattin und die Geschwister Thomas, Christian und Tony. Man erwartet einen Tanz der Gefühle und Börsenkurse, Taumel, Bewegung, Abschüssiges. Aber zu sehen ist nur gediegene Dekadenz in flackerndem Kerzenschein. Schöner Scheitern über drei Generationen. Keine Charakterstudien, kein Gesellschaftsporträt, bloß Geschichte als Kulissenschieberei. Wer Backenbärte und Pferdekutschen liebt, kommt auf seine Kosten.

Historienbilderbogen mit Lübecker Holstentor. Christiane Peitz

„Buddenbrooks“, D 2008, 150 Min., R: Heinrich Breloer, D: Armin Mueller-Stahl, Jessica Schwarz, Mark Waschke, August Diehl

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