Zeitung Heute : KRANKE SCHILDDRÜSE

OPERATION ODER RADIOJOD?



Die Schilddrüse oder ein Teil von ihr wird operativ entfernt bei einer Überfunktion („heiße Knoten“) oder wenn das vergrößerte Organ auf Luft- und Speiseröhre drückt. Die Therapie mit radioaktivem Jod ist eine Alternative bei Überfunktion/Vergrößerung. Zur Behandlung inaktiver Zonen – „kalte Knoten“ – ist Radiojod jedoch nicht geeignet. Schilddrüsenkrebs-Patienten erhalten oft eine kombinierte Therapie: erst die operative Entfernung der gesamten Schildrüse und anschließend eine Radiojodtherapie.

KLINIK–ERGEBNIS

Im Jahr 2006 wurden in 30 der 59 am Klinikvergleich teilnehmenden Krankenhäusern mehr als 3500 Schilddrüsenoperationen durchgeführt, 324 davon wegen Schilddrüsenkrebs. Hinzu kommen 1978 Behandlungen mit radioaktivem Jod in drei Kliniken.

ÄRZTEEMPFEHLUNGEN

Für eine Operation empfahlen die 232 befragten Internisten am häufigsten das DRK Klinikum Westend, das Martin-Luther-Krankenhaus und das Sana Klinikum Lichtenberg. Für eine Jod-Therapie nannten die Ärzte am häufigsten die gemeinsame Nuklearmedizin von Charité Mitte und Charité Virchow Klinikum. Die Klinik Hygiea ist als Belegklinik dabei etwas benachteiligt, weil dort nur niedergelassene Belegärzte operieren und Ärzte ihren Patienten ungern die direkte Konkurrenz empfehlen. mho

KLINIK-KOMMENTARE

Bundeswehrkrankenhaus

Fallzahl Schilddrüsenkrebs: „Hinzu kommen fünf Bundeswehrangehörige.“

DRK Kliniken Berlin Westend:

Fallzahl: „Nach dem Wechsel des Chefarztes hat sich die Zahl der operierten Schilddrüsen auf 842 im Jahr 2007 erhöht, davon 97 bei Schilddrüsenkrebs.“ (Anm. der Red.: Alle Behandlungszahlen 2007 veröffentlichen wir in dem für Herbst geplanten aktualisierten „Klinikführer Berlin 2008/2009“.)

Helios-Klinikum Emil von Behring

Fallzahl: „Durch den Chefarztwechsel in 2007 ist im Klinikum die interdisziplinäre Behandlung sämtlicher Schilddrüsenerkrankungen mit besonderer fachlicher Kompetenz sichergestellt.“

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