Zeitung Heute : Kreuzchen mit Salat

Seit 30 Jahren ist Ehepaar Jendras im Wahllokal dabei

Johannes Kuhn

Kreuzchen drauf und ab damit – für die meisten Bürger dauert der Besuch eines Wahllokals nur wenige Minuten. Ganz anders verläuft der Tag für die Wahlhelfer: Sie verzichten auf den freien Sonntag, um den ganzen Tag lang die Stimmen einzusammeln. Eine Tortur? Nicht für Angela und Sieghard Jendras aus Tegelort: Sie sind seit über 30 Jahren bei fast jeder Wahl dabei.

Mit 18 fingen beide an, damals kannten sie sich noch gar nicht. „Ich war nur neugierig und wollte einen Blick hinter die Kulissen werfen“, sagt Angela Jendras, 50. Seither zählt sie gemeinsam mit ihrem Mann Stimmen aus: bei Bundestags- oder Abgeordnetenhauswahlen, Wahlen zum Europaparlament oder der Volkszählung.

„Der Tag beginnt um sechs Uhr, Kaffee trinken, fertig machen“, erzählt Sieghard Jendras. „Um 7.30 Uhr sind wir im Wahllokal, haben Zeitungslektüre dabei. Dazu bringt jeder Helfer Verpflegung mit – Kartoffelsalat, Würstchen oder Kuchen.“ Dann beginnt das Warten. Wahlkarten werden eingesammelt, Stimmzettel herausgegeben. Die richtige Arbeit fängt erst nach 18 Uhr an. „Wir zählen meist so zwei bis drei Stunden aus, nebenbei verfolgen wir die Wahlergebnisse am Radio.“ Gewinner und Verlierer stehen oft schon lange fest, bevor die letzte Stimme gezählt und das Ergebnis zum Bezirkswahlleiter gebracht ist.

Gemeinsam mit sechs Kollegen aus der Bezirksverwaltung werden die Jendras das Wahllokal in der Frohnauer Renée-Sintenis-Grundschule betreuen. Und abends gönnen sie sich dann eine kleine Belohnung: Das Wahlhelferteam entspannt im Biergarten.

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!