Zeitung Heute : KRIEGSDRAMA

Die Kinder von Paris

Martin Schwarz

Die „Rafle du Vel’ d’Hiv“ ist in Frankreich ein Begriff des Schreckens. Im Juli 1942 wurden tausende Pariser Juden im Winter-Velodrom zusammengepfercht, viele später deportiert und ermordet. Regisseurin Rose Bosch bricht nun dieses traurige Ereignis auf einige Figuren herunter. Im Mittelpunkt steht der elfjährige Joseph, der einen gelben Stern tragen muss. Das nervt ihn genauso wie die meisten nichtjüdischen Menschen in seinem Viertel. Doch dann werden Joseph und seine Familie ins Velodrom gepfercht, die Rotkreuzschwester Annette Monod und der jüdische Arzt Dr. Sheinbaum versuchen das Leid der Menschen zu lindern. Ein wichtiger Film: Die Regisseurin thematisiert, dass es Mitläufer und Unterstützer des Naziregimes im besetzten Frankreich gab, aber auch Franzosen, die Widerstand leisteten. Bosch verzichtet auf inszenatorische Schnörkel und setzt ganz auf die Wirkung der Story. Berührend. Martin Schwarz

F/D/H 2010, 120 Min., R: Rose Bosch, D: Hugo Leverdez, Jean Reno

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