Zeitung Heute : KRIEGSFILM

Der rote Baron

Jan Schulz-Ojala

Baron war er nicht, sondern Freiherr: Manfred von Richthofen – Baron nannten ihn versehentlich die Briten und später die ganze Welt. Leuchtend rot angestrichen aber war seine Fokker, weil der Jagdflieger mit der sagenhaften Abschussquote sich offenbar unverwundbar glaubte. Regisseur Nikolai Müllerschön widmet dem deutschen Luftkampf-Rekordhalter des Ersten Weltkriegs, der süchtig nach finaler „Menschenjagd“ war, eine geschichtsfälschende, dramaturgisch ungelenke und in der Hinzudichtung einer Liebesgeschichte peinigend klägliche Hommage. Matthias Schweighöfer als Titelheld: zu süß. Til Schweiger als Leutnant: zu alt. Joseph Fiennes als gegnerischer Flieger: zu lieb. Lena Headey als liebende Käte: zu doof. Und Axel Prahl gibt einen dicken, geradezu ausgestopften General wie aus dem Wachsfigurenkabinett. Unfreiwillig komisch. Jan Schulz-Ojala

„Der rote Baron“, D 2007, 129 Min. R: Nikolai Müllerschön, D: Matthias Schweighöfer, Lena Headey, Til Schweiger

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