Zeitung Heute : Kritik an Friedrichs Vorstoß zur Videoüberwachung

Berlin - Nach dem gescheiterten Bombenanschlag im Bonner Hauptbahnhof werden die Forderungen nach mehr Videoüberwachung lauter. Ziel müsse es sein, im Rahmen der Gesetze alle Möglichkeiten auszuschöpfen, sagte eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums am Montag in Berlin. Der Vorstoß von Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) stößt bei FDP, SPD, Grünen und Linken aber auf heftige Kritik.

„Im Zeitraum vom 1. Januar 2011 bis zum 30. April 2012 konnten mittels Videotechnik 3639 strafrechtliche Delikte festgestellt werden“, sagte die Sprecherin. „Aufgeklärt wurden dabei 1230 durch Videobeweis.“ Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) sagte dagegen, Videoüberwachung könne „nie solide Polizeiarbeit, solide Arbeit von Sicherheitsbehörden ersetzen“. Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) sprach sich ebenfalls für den Einsatz von mehr Personal aus.

Aus Bahnkreisen hieß es am Montag, die Bundespolizei habe für den Bonner Hauptbahnhof nun die Aufzeichnung der Videoaufnahmen beantragt. Das gelte für die dortigen sechs Kameras. Die Bahn sei dabei, das umzusetzen. Von der Bundespolizei war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.dpa

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