Zeitung Heute : Künstliche Intelligenz: Außen Maschine, innen Fisch - Forscher steuern Roboter durch Hirnströme eines Neunauges

Wissenschaftler eines amerikanisch-italienischen Teams haben einen Roboter mit Gehirnnerven eines Fisches verbunden und darüber gesteuert. Das meldet das das britische Wissenschaftsmagazin "New Scientist" in seiner neuesten Ausgabe. "So grausig diese Chimäre auch erscheint, könnte sie doch eines Tages behinderten Menschen zu Prothesen verhelfen, die sie direkt über das Gehirn steuern können", berichtet das Wissenschaftsmagazin.

Das internationale Forscherteam um Ferdinando Mussa-Ivaldi von der Northwestern Universität in Chicago (US-Staat Illinois) bezeichnet seine Konstruktion als "künstliches Tier". Die Forscher entnahmen einem Fisch, dem Meerneunauge Petromyzon marinus, den Hirnstamm und Teile des Rückenmarks. Dieses Nervengewebe hielten sie in einer sauerstoffhaltigen Nährlösung in Funktion und verbanden es durch Kabel mit einem Roboter, in den Lichtsensoren eingebaut waren.

Die Signale der "künstlichen Augen" setzte das Fisch-Hirn dem Bericht zufolge in Befehle für typische Verhaltensweisen des aalförmigen Tieres um: etwa dem Licht folgen, das Licht meiden oder im Kreis schwimmen. Kevin Warwick, ein Spezialist von der Universität Reading (England), hält es sogar für möglich, dass mit einer weiter entwickelten Technik eines Tages das Gehirn eines Menschen auf einen Roboter übertragen werden könnte, wenn sein Körper stirbt.

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