KULT DES KÜNSTLERS„Das Universum Klee“ : Wo der Intellekt endet

Bernhard Schulz

Ein ganzes „Universum Klee“ – so ihr Titel – will die Ausstellung in der Neuen Nationalgalerie vorstellen, die dem Meister des kleinen Formats gewidmet ist. Klein, aber alles andere als unbedeutend: Denn Paul Klee (1879– 1940) konnte in einem einzelnen Aquarell eine ganze Welt entstehen lassen. Wie kaum ein zweiter Künstler ist Klee ein Schöpfer, der – mit dem Wort von Cézanne – eine „Harmonie parallel zur Natur“ geschaffen hat. Im Untergeschoss der Neuen Nationalgalerie sind rund 250 Werke zu 15 Kapiteln geordnet, die die unterschiedlichen Aspekte seines Werkes – wie Musik, Theater, Eros – beleuchten. Dabei war Paul Klee durchaus kein Mystiker. So hat er präzise Kommentare zum Zeitgeschehen hinterlassen, das er als Lehrer am Bauhaus sehr genau wahrnahm, bis hin zum schmerzlichen Entzug seiner Arbeitsgrundlage durch die Nazis.

Aber das Innerste seiner Kunst berühren diese Geschehnisse nicht. Im Innersten herrschte für Klee „ein Geheimnis – und das Licht des Intellekts erlischt kläglich“, wie er 1931 schrieb. Mit dem Intellekt allein sollen Klees Werke also nicht wahrgenommen werden, sondern mit den Sinnen, auf die die feingliedrigen, inhaltsreichen, manchmal versponnen wirkenden Zeichnungen und Aquarelle geradezu einen Sog auslösen. Klees Werke sind in Berlin vor allem im Museum Berggruen zu bewundern, wo sie im intimen Rahmen so wunderbar zur Geltung kommen. So ist die Ausstellung im Rahmen der Reihe „Kult des Künstlers“ zugleich eine Hommage an den Sammler Heinz Berggruen. Bernhard Schulz



Neue Nationalgalerie,

bis So 8.2.2009, Di-Fr 10-18 Uhr, Do 10-22 Uhr, Sa/So 11-18 Uhr,

10 €, erm. 5 €

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