Zeitung Heute : Kultur im Paket

28 spezielle Pauschal-Arrangements bieten Musik, Theater und Kleinkunst plus Unterkunft

Waltraud Hennig-Krebs

Natur und Kultur in einer Umgebung zu genießen, die Erholung und Ablenkung vom Alltag verspricht – das ist die Besonderheit der speziellen Kulturreisen im Land Brandenburg. Denn auch für dieses Jahr hat die TMB Tourismus-Marketing Brandenburg in Kooperation mit regionalen Partnern aus der Fülle der Gelegenheiten, die Mark näher kennen zu lernen, unterschiedliche Pauschalarrangements zusammengestellt. Unter dem Motto „Genuss der Sinne“ stehen fast übers ganze Jahr verteilt 28 Angebote zur Auswahl. Zum „Kulturpaket“ gehören bei den meisten Arrangements die Eintrittskarte, Übernachtung mit Frühstück und teilweise spezielle Leistungen an den Orten.

In der bunten Vielfalt des Brandenburger Kulturlebens spiegelt sich auch stets dessen bewegte Geschichte wider: Große Namen, wie Kleist, Fontane, Schinkel, Lenné oder Fürst Pückler sind allgegenwärtig. Bedeutende Orte, Klöster, Schlösser, Kirchen und Gutshäuser in herrlichen Landschaften mit unzähligen Seen, dichten Wäldern und ursprünglicher Natur gelegen, bieten die Kulissen für den besonderen Kunstgenuss rund um die Metropole Berlin. Hier einige Highlights.

Zu einem ganz besonderen Event hat sich das Auftaktkonzert (18. August) am Vorabend zur Potsdamer Schlössernacht entwickelt. Es war eigentlich als Trostpflaster für all diejenigen gedacht, die keine Karten für die Hauptveranstaltung bekommen haben. Und so können auch in diesem Jahr, nun bereits zum dritten Mal, Liebhaber klassischer Musik zur „Mopke“, dem festlich inszenierten Areal vor dem Neuen Palais, pilgern, um den Klängen der Academy of St. Martin in the Fields unter ihrem Dirigenten Sir Neville Marriner zu lauschen.

Wie schon in den vergangenen Jahren ist auch die Musikakademie Rheinsberg im Angebot zu finden: zu Ostern mit den Festtagen der Alten Musik, und zwar mit Haydns „Die Entführung aus dem Serail“, die sieben Jahre vor der berühmten Mozart-Oper komponiert wurde. Die Pfingstwerkstatt „Neue Musik“ im Schlosstheater Rheinsberg widmet sich dem Thema „Das goldene Kalb“ mit einer Uraufführung des gleichnamigen multimedialen Balletts von Helmut Zapf.

Inmitten der Elbtalaue, in der Alten Ölmühle von Wittenberge mit ihrer preußischen Ziegelarchitektur findet unter der künstlerischen Schirmherrschaft von René Kollo ein Reigen unvergesslicher „Melodien der Herzen“ (22. Juli) statt. Im Mittelpunkt dieser 7. Elblandfestspiele im Sommer stehen Kompositionen von Lincke, Lehár, Kollo und Abraham.

Ob am 5. August die Aufführung von Mozarts erster abendfüllender Oper „Die schlaue Heuchlerin“ die Besucher mehr beeindruckt als die romantische Kulisse, nämlich der Branitzer Park des „grünen“ Fürsten Pückler, darüber können die Gäste bei einem Drei-Gang-Menü und einem Glas Champagner in der Pause diskutieren. Ebenfalls umgeben von viel Natur, direkt an der Havel, präsentiert das Eventtheater Brandenburg mit der schlesischen Staatsoper am 14. Juli Verdis „Aida“ als Klassik-Open-Air-Erlebnis. Und zu einem „Rendezvous mit Lehár“ (ab 11. August) lädt das Theater zu kulinarischen Operettenabenden in den historischen Innenhof des Frey-Hauses in Brandenburg ein.

Wen es mehr zu geschichtsträchtigen Bauten zieht, sollte eine der Schlösserfahrten buchen. Die von Mai bis September stattfindenden Tagestouren zu den Häusern und ihren Gartenanlagen führen zu Domizilen Barnimer Fabrikanten und Bankiers sowie Prignitzer Gutsherren und Junker, aber auch zu Schlössern in der Niederlausitz und im Havelland. Bei all diesen Fahrten in einem Komfortbus werden die Besucher ganztägig von einer Reiseleitung begleitet.

Doch nicht nur die hochherrschaftlichen Häuser inmitten von Parks laden zu einer Reise in die Vergangenheit ein. Auch Frankfurt an der Oder hat Geschichtsträchtiges zu bieten: Es sind die mittelalterlichen Marienfenster, die als „Beutekunst“ 60 Jahre in St. Petersburg lagerten und jetzt wieder in der Marienkirche in alter Pracht erstrahlen. Dieser universelle Bilderzyklus, der vom Schicksal der Welt und der gesamten Menschheit erzählt, steht im Mittelpunkt eines Pauschalarrangements.

Aber zum Brandenburger Kulturangebot gehören auch ungewöhnliche Ziele. So öffnet beispielsweise der Ziegeleipark Mildenberg im Ruppiner Land nur ein Mal im Jahr (24. Juni) nachts seine Pforten. Dieses Arrangement bietet neben dem nächtlichen Spektakel mit Musik, Kleinkunst und rustikalem Buffet im Brennkanal eines Ringofens auch eine Schifffahrt auf der Havel, eine Rundfahrt durch die Dämmerung mit der „Ziegeleibahn“ und den Bustransfer zum Hotel. Ein lohnenswerter Kurztrip ist auch der Museumspark Rüdersdorf am Rande des größten Kalksteinbruchs Mitteleuropas. Die geologischen und historischen Führungen sowie die Landroverfahrten dürften ein unvergessliches Erlebnis sein.

Eine 26-seitige Broschüre, in der alle Angebote ausführlich vorstellt werden, sind bei der Tourismus Marketing Brandenburg erhältlich.

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