Zeitung Heute : Kultur: Kein Geld für die Museumsinsel

Der Tagesspiegel

Im Wissenschaftsbereich wird es auch künftig keine Studiengebühren geben, auch nicht für Langzeitstudenten. Aber für den Doppelhaushalt 2002 / 2003 hat der Berliner Senat ein Begrüßungsgeld für die Studenten in Höhe von 110 Euro beschlossen, die sich hier mit ihrem Hauptwohnsitz anmelden. Die Forschungsinstitute vor allem der Leibnizgemeinschaft, die das Rückgrat von Adlershof bilden, werden finanziert. Aber nicht mehr alle anderen Ausgaben wie Tarifsteigerungen im Forschungsbereich können bezahlt werden. Das heißt, die von Berlin mit dem Bund verabredete Zuschusserhöhung für die Max-Planck-Gesellschaft und die Deutsche Forschungsgemeinschaft in Höhe von 4,5 Prozent jährlich macht der Senat nicht mit. Das spart allein 8,6 Millionen Euro. Die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften muss ihre aktuellen Forschungsprojekte auslaufen lassen – das erbringt ab 2003 330000 Euro an Ersparnissen. Zuwendungen an die Institute für ökologische Wirtschaftsforschung bzw. für Innovations- und Zukunftsforschung werden schon 2002 gestrichen (236000 Euro).

Die Hochschulverträge bleiben bis zum Jahr 2005 unangetastet und werden auch mit den Steigerungen bei Pensionslasten, Beihilfen und Tarifen finanziert. Aber wer diese Zusatzbeträge erbringen muss, ist noch nicht klar. Die Finanzierung der Bafög-Erhöhung wird gewährleistet. Auch das Studentenwerk erhält wieder einen jährlichen Zuschuss von 16 Millionen Euro.

Im Kulturbereich wird Berlin ab 2003 jährlich 31 Millionen Euro für die Museumsinsel streichen und will über die weitere Finanzierung mit dem Bund sprechen. Außerdem werden die Ballette von Staatsoper und Deutscher Oper zusammengeführt (Sparsumme: eine Million Euro). Die Zuschüsse für die Friedrichstadtpalast GmbH, Kunstwerke GmbH, den Landesmusikrat, die Chöre AG, das Künstlerhaus Bethanien, Kulturwerk BKK, für die Berliner Kultur- und Veranstaltungs-GmbH, für die Freunde der Deutschen Kinemathek sowie für bezirksübergreifende kulturelle Aktivitäten werden gesenkt. Das Literarische Colloquium und das Literaturhaus in der Fasanenstraße gehen eine Verwaltungskooperation ein. Der Museumspädagogische Dienst zieht ins Podewil um. Für den Künstlerhof Buch wird 2003 der Zuschuss von 3,9 Millionen Euro gestrichen. U.S./sib

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