Zeitung Heute : Kulturelle Unterschiede

Die PDS strebt in den Westen – dafür will sie im Osten zu alter Stärke zurückfinden

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Hat die PDS durch ihre Krise jetzt einen OstWest-Konflikt? Klaus-Rainer Rupp, Sprecher des Bremer Landesverbandes, winkt ab. Ein solcher Konflikt werde „hochstilisiert“. Sicher: Der Kontakt mit den Ost-Genossen zeige zwar manchmal „kulturelle Unterschiede“, aber die seien durchaus „fruchtbar“. Rupp und andere widersprechen in einem Brief an den Bundesvorstand einigen Sozialisten wie dem Noch-Bundesgeschäftsführer Uwe Hiksch, dass es vor allem der „Weisheit der West-Linken“ bedürfe, damit aus der PDS eine gesamtdeutsche sozialistische Partei wird. Die West-Landesverbände mit 5000 Mitgliedern erwarten von dem Parteitag eine Stabilisierung der Gesamtpartei mit 70 000 Mitgliedern . Ob das Seelenheil in der Opposition oder in der Regierungsverantwortung liegt, das wird in den West-Verbänden mit einem „Sowohl-als-auch“ verbunden. Auch die Links-Sektierer aus Hamburg schlagen moderate Töne an. Die Krise sei zwar durch das „Machtstreben der Reformlinken“ verursacht worden. Die Partei selbst aber sei nicht kämpferisch. Alle WestLandesverbände betonen, dass die Stärke der PDS im Osten die Voraussetzung dafür ist, dass auch die PDS im Westen Stimmen gewinnen kann. Oder, wie es Rupp, anders ausdrückt: „Wenn wir nicht in der Gesellschaft ankommen, schaffen wir es auch gemeinsam nicht, antikapitalistische Politik zu machen.“ sib

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