Zeitung Heute : KUNSTDOKU

Keith Haring

Felix Denk

Eines Tages kehrte Keith Haring der Kleinstadt Kutztown den Rücken und begann, Flächen mit Figuren zu bemalen. Der Rest ist Geschichte, wie all die T-Shirts, Tassen und Kühlschrankmagneten bezeugen. Bei dem Nippes vergisst man oft, dass der Pop-Künstler ursprünglich eine Gestalt der Subkultur war. Mit Kreide malte er in der U-Bahn, später sprühte er mit Spraydosen auf Mauern. Museen und Galerien waren dem Vielzeichner lange suspekt. Stattdessen suchte er Kontakt zu den Leuten auf der Straße und engagierte sich gegen Apartheid, Drogen und Aids – jene Krankheit, an der er 1990 selbst starb. So detailgenau die Doku Harings Leben nacherzählt, einen psychologischen Kern findet sie nicht. Warum er so obsessiv jede Oberfläche mit kindlich anmutenden Bilderwelten bemalte, das bleibt so kryptisch wie die Figuren selbst. Informativ. Felix Denk

„Keith Haring – The Universe of Keith Haring“, USA 2008, 90 Min., R: Christina Clausen

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