KUNSTMalerei von Hermann Lüddecke & Skulpturen von Robert Metzkes : Die Schöne und das Biest

Lore Bardens

Das gemeinsame Thema von Robert Metzkes und Hermann Lüddecke ist die Frau in ihrer Verführbarkeit und Verführungskunst. Metzkes arbeitet mit Terrakotta, bildet daraus menschengroße Figuren und Torsi, die allesamt durch ihre feine Art einen Charme erhalten, dem man sich nur schwer entziehen kann. Dagegen bewirken Lüddeckes wollüstige Frauenbilder zunächst eine Art Schock, hervorgerufen durch die Dominanz blasser Hautmassen, die lasziv hingegossen oder kunstvoll gebogen ihre puppigen Reize ausstellen.

Erst auf den zweiten Blick erkennt man, dass außer der perfekten Malerei, die durch die Glätte des aufgetragenen Acrylstrichs an Renaissance-Vollkommenheit erinnert, noch eine weitere Ebene hinzukommt. Ironisch wirkt die Inszenierung des ewig lockenden Weiblichen, so in „Eva“, die ungeachtet der grünen Schlange Adam den Apfel vorenthält, in den dieser sicher gerne beißen würde, wenn sie ihn ließe. Anders erscheint das Frauenbild, das Robert Metzkes anbietet: Nachdenklich wirken die Schönen, so die „Muse auf dem Sockel“, deren rote Haarpracht streng nach hinten frisiert ist. Auch „Mona mit dem Zopf“ blickt melancholisch ins Ungewisse. Metzkes Frauen verfügen über eine Aura, eine Persönlichkeit, die in nobler Gelassenheit in sich zu ruhen scheint. Die anmutige Präsenz der Terrakotta-Gestalten wird durch die üppige Fleischlichkeit der Frauenfiguren auf den Acrylbildern Lüddeckes in ihrer Noblesse noch erhöht. Andererseits kommt die gewollte Vulgarität der Weibsbilder Lüddeckes im Kontrast zu Metzges Figuren noch greller und auffordernder daher. Lore Bardens

Kunst-Kontor, bis Di 13.5., Di/Mi 15-19 Uhr,

Do 15-22 Uhr, Sa 13-18 Uhr

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