Zeitung Heute : Kursteilnehmer mögen den Bildungsgutschein

-

Die Einführung des sogenannten Bildungsgutscheins hat die deutsche Weiterbildungslandschaft erheblich verändert. Das ergab eine wissenschaftliche Untersuchung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) in Bonn. Die Zufriedenheit der Teilnehmer an entsprechenden Weiterbildungskursen sei höher als zuvor und sie seien „erkennbar motivierter“, sagt Katrin Gutschow vom BIBB. Das liege vor allem daran, dass sich Arbeitslose, die einen Bildungsgutschein bekommen, damit selbst eine Weiterbildung aussuchen könnten und diese nicht von der Arbeitsagentur zugewiesen bekämen.

Die Chancen, an einer Weiterbildung teilzunehmen, seien allerdings nicht gestiegen. Die Einführung des Bildungsgutscheins im Jahr 2003 sei in eine Phase gefallen, in der entsprechende Kurse immer seltener bewilligt wurden, so Gutschow. Die Zahl von Arbeitslosen in Weiterbildungsmaßnahmen war von 2000 bis 2005 rückläufig und nimmt seitdem wieder leicht zu. Voraussetzung für die Teilnahme an einem Kurs: Er muss benötigt werden, um wieder Arbeit zu finden, und bei einem zugelassenen Bildungsträger angeboten werden. Kosten und Dauer müssen angemessen sein, Methoden und Materialien „erfolgreiche berufliche Bildung“ erwarten lassen. Auch ein Zeugnis ist vorgeschrieben.

Die Einführung der Bildungsgutscheine sei auf Seiten der Bildungsträger eher skeptisch gesehen worden, sagt Gutschow. Tatsächlich hat sich die Weiterbildungslandschaft auch für sie deutlich geändert: Die Auslastung sei zurückgegangen, die Kurse seien kürzer. Zum Teil seien Lehrgänge schlicht ausgefallen – wegen fehlender Teilnehmer. dpa/gms

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!