Zeitung Heute : Kurz und gut: Radek Sikorski: Das polnische Haus

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Eine Karriere, wie sie nur in nachrevolutionären Situation möglich ist: mit 29 Jahren Staatssekretär, erst im Verteidigungs-, dann im Außenministerium. Und das in einem Land, das der Betreffende nur aus der Kindheit kennt, denn mit 18 Jahren hatte er die Heimat verlassen müssen, weil er im kommunistischen Polen keine Perspektive für sich sah. Das alles zusammen ermöglicht Radek Sikorski einen ungewöhnlichen Blick auf sein Land und dessen Geschichte. Natürlich ist es ein sehr parteiischer Blick: antikommunistisch, antirussisch, pro-Solidarnosc. Der Leser erfährt, welche Kindheitserlebnisse die heutige nationalkonservative Elite geprägt haben, welche - zum Teil Widerspruch provozierenden - Geschichtsbilder ihr Handeln bestimmen. Dazu, als Kontrapunkt, wie die Landbevölkerung denkt. Denn Sikorski hat sich bei Bromberg (Bydgoszcz) ein verfallenes Gutshaus gekauft und schildert auch dessen Geschichte. Schade nur, dass sich einige Fehler bei Namen und Fakten eingeschlichen haben. (Europäische Verlagsanstalt, Hamburg 2000. 378 Seiten. 39,80 DM.)

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