Zeitung Heute : Kurzmeldungen

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Dick, blau und wulstig schlängeln sie sich an den Beinen entlang. Besonders Frauen finden Krampfadern unästhetisch. Wenn sie welche entdecken, tragen sie keine kurzen Röcke mehr und schämen sich beim Baden.

Aber Krampfadern sind mehr als nur ein kosmetisches Problem. Sie sind zur Volkskrankheit geworden: In Deutschland hat sie jede zweite Frau und jeder vierte Mann ab 40.

Und Krampfadern werden lebensbedrohlich, wenn sich in den Adern ein Blutgerinnsel – eine sogenannte Thrombose – bildet. Löst sich der Blutpropf in der Vene und wandert in die Lunge, wird es ernst. 30 000 Menschen sterben jährlich in Deutschland an solch einer Lungenembolie. Mehr als eine Million Deutsche leidet an einem offenen Bein: Einer Wunde, die sich nicht mehr von alleine schließt, weil das Gewebe durch gestautes Blut in den Beinen zu stark angegriffen ist.

Deshalb hat sich die Deutsche Venen-Liga gegründet. Sie hat das Ziel, über die Risiken durch Krampfadern aufzuklären. Mehrmals im Jahr veranstaltet der Verein Venen-Tage, an denen man kostenlos einen Check-Up der Beingefäße machen kann.

Krampfadern entstehen aus den Venen, die das verbrauchte, also sauerstoffarme Blut aus dem Körper zurück zum Herzen bringen. Abfallstoffe und Kohlendioxid werden mit ihm entfernt. In den Beinen aber haben es die Venen schwer, ihre Arbeit zu verrichten. Denn die Kraft des Herzschlags reicht nicht aus, das Blut entgegen der Schwerkraft aus den Füßen zu befördern. Dabei helfen zwei Mechanismen, die ineinandergreifen: Die Beinmuskulatur und die Venenklappen. Die Muskulatur seitlich der Venen zieht sich zusammen, presst das Blut hindurch. Die Venen selbst sind durch Klappen unterteilt. Wie in einem Ventil können sie sich nur nach oben hin öffnen. So verhindern sie, dass das Blut wieder zurück in Richtung Füße fließt.

Im Alltag machen wir unseren Venen ihre Arbeit aber noch schwerer. Das Problem ist: Wir sitzen und stehen viel, gehen und liegen aber wenig. Im Sitzen werden wichtige Venen leicht abgeklemmt. Wie in einem Gartenschlauch staut sich dann das Blut in den Venen. Außerdem arbeitet die Muskulatur, die das Blut durch die Venen presst, nicht im Stehen oder Sitzen. Mit zunehmendem Alter können die Venen die tägliche Belastung immer schlechter ausgleichen: Die Adern werden breiter, die Venenklappen schließen schlechter, das Blut versackt in den Füßen und Unterschenkeln. Es wird in die äußeren Venen unter der Haut gepresst. Sie werden dicker und länger. Das Ergebnis: Krampfadern.

Frauen sind doppelt so häufig von Krampfadern betroffen wie Männer. Denn Östrogen fördert die Krankheit. Besonders während der Schwangerschaft, wenn viel Östrogen gebildet wird, weiten sich die Venen. Die Klappen schließen schlecht. Daher leiden viele Schwangere unter Krampfadern, die sich aber auch wieder zurückbilden können.

Der Phlebologe, ein Venenspezialist, hilft bei schmerzenden Krampfadern weiter. Seine Untersuchungs- und Behandlungsmethoden von Krampfadern haben sich drastisch verbessert. Bei der Untersuchung durch Ultraschall muss niemand mehr Schmerzen befürchten.

Aber auch bei den Therapien wurden Fortschritte gemacht. Große Narben gehören der Vergangenheit an und die meisten Operationen können ambulant durchgeführt werden. Der Patient erholt sich zu Hause.

Die optimale Behandlung und Vorbeugung von Krampfadern allerdings ist Sport. Ob Radfahren, Laufen, Schwimmen oder Gehen, jede längere Bewegung bringt das Blut in den Beinen in Schwung.

Weitere Informationen bei der gebührenfreien Venen-Hotline: 0800 4443335 oder unter www.venenliga.de

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