Zeitung Heute : Kurzmeldungen

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Gesucht wird ein(e) „System Developer (CO/PA, SD/WM)“. Wem das nichts sagt, kann sich die Bewerbung schenken. Die meisten Stellenanzeigen wenden sich an Kandidaten mit einschlägiger Erfahrung. Fachchinesisch ist also keine Unhöflichkeit gegenüber dem Leser, sondern bedeutet: Berufsfremde haben keine Chance.

LockvogelMethode: Manche Stelleninserate tragen extradick auf, weil sich bei sachlicher Aufgabenbeschreibung kaum jemand melden würde. Außergewöhnliche Erfolgsaussichten, freie Zeiteinteilung, Firmen-PKW und traumhafte Verdienstmöglichkeiten: Wenn das nicht vielversprechend klingt! Geboten oder zumindest in Aussicht gestellt wird dies häufig unter der Rubrik „Angebote für den Außendienst“ und „Vertretungen“. Dabei ist der Beruf des freien Handelvertreters ein Knochenjob. Je lautstarker, also je größer und auffallender mit „Top-Verdiensten“ geködert wird, desto größere Vorsicht ist geboten. Bis zu 15 000 Euro im Monat versprechen Firmen „Vertriebsprofis“. Sicher ist aber nur eines: Viel mehr als eine freie Mitarbeit auf unsicherer Honorarbasis ist nicht drin.

Ausbildungsplätze: Hier spielen die Art des Schulabschlusses und die Zeugnisnoten die Hauptrollen. Schlechtere Noten als in der Anzeige gefordert können manchmal durch besondere Fertigkeiten, Praktika, berufsnahe Hobbies oder ein Elternteil, der diesen Beruf ausübt, ausgeglichen werden. Dagegen ist die Art des Abschlusses tatsächlich Minimalbedingung. Auf Angebote für Realschüler bewerben sich auch Abiturienten, und auf Stellen für Hochschulreife oft Studienabbrecher.

Übers Praktikum in den Beruf. Anzeigen für Jobs, in denen wenig oder gar nichts bezahlt wird, enthalten nicht viel Text. Aber neben dem Studium und der traditionellen dualen Berufsausbildung entwickeln sich Praktika mehr und mehr zum dritten Sprungbrett in den Beruf. Für den Leser von Anzeigen für Praktika gibt es nur eine Faustregel: Möglichst schnell bewerben. Per Brief nur, wenn in der Anzeige ausdrücklich darum gebeten wird. Ansonsten ruft man den genannten Ansprechpartner im Unternehmen an oder fragt sich bei der Telefonzentrale zum richtigen Adressaten durch. Das kann man übrigens auch ohne Aufforderung durch eine Anzeige tun. Ganz ehrlich! chd

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