Zeitung Heute : Kurzmeldungen

Klaus Kurpjuweit

Alle Jahre wieder kommt der Fahrplanwechsel. Und wie immer, gibt es auch dieses Mal Gewinner, die von einem verbesserten Angebot profitieren, und Verlierer, denen man lieb gewonnene Verbindungen streicht.

Kurzfristig hat sich die Bahn sogar noch zu einer Korrektur durchgerungen, die lange als unmöglich galt. Weil in Berlin am Bahnhof Charlottenburg die Bauarbeiten länger dauern als geplant war, lässt die Bahn dort auch nach dem Fahrplanwechsel die Züge der Regionalexpress-Linie RE 3 halten; Züge der Regionalbahn RB 10 aus Nauen enden morgens nicht in Charlottenburg, sondern fahren weiter bis Ostbahnhof und nachmittags starten sie nicht erst in Charlottenburg, sondern ebenfalls bereits im Ostbahnhof. So können Fahrgäste der S-Bahn, bei der der Abschnitt von Charlottenburg bis Zoo bis Mitte April gesperrt bleibt, weiter mit Regionalzügen ihre Fahrt fortsetzen, ohne in Busse umsteigen zu müssen.

Ursprünglich wollte die Bahn den Regionalexpress nicht mehr halten lassen, obwohl die Sperrung der S-Bahn nicht, wie geplant, am 14. Dezember aufgehoben werden kann. Diese Änderungen konnten im gedruckten Fahrplan nicht mehr berücksichtigt werden. Die anderen wesentlichen Änderungen werden dagegen planmäßig umgesetzt:

Fernverkehr: Neu ist eine ICE-Linie von Berlin über Halle (Saale) und Erfurt nach Frankfurt (Main), die die bisherige IC-Verbindung ersetzt. Dadurch verkürzt sich die Fahrtzeit. Für den Zusatzkomfort müssen die Fahrgäste allerdings etwas mehr bezahlen.

Zusätzliche Züge gibt es zwischen Berlin und Leipzig. Die bisherige ICE-Linie wird durch IC-Verbindungen ergänzt, bei denen je vier Züge über Dessau beziehungsweise über Wittenberg fahren. Die Züge über Dessau halten auch in Potsdam Hauptbahnhof, wo sich das Angebot im Fernverkehr insgesamt verbessert. Statt bisher 16 Mal am Tag stoppen dort dann ab Dezember 22 ICE- und IC-Züge.

Komfortabler werden auch Fahrten an die Ostsee. Auf der neu zusammengestellten Linie Düsseldorf – Berlin – Stralsund setzt die Bahn nur noch klimatisierte Wagen ein. Alle Züge dieser Linie halten ebenfalls in Potsdam. Keinen Stopp gibt es dagegen in Wannsee, wo bisher die Züge der nun entfallenden Verbindung Frankfurt (Main) – Berlin – Stralsund gehalten hatten. Gestrichen wird dafür der Frühzug über Stralsund nach Binz auf Rügen sowie die Rückfahrt am Abend. Für Tagesausflüge bleiben so fast nur die Regionalzüge, bei denen man aber bis Binz mehrmals umsteigen muss. Erhalten bleibt im Sommer die direkte Frühverbindung nach Usedom, von wo es am Nachmittag auch wieder zurück nach Berlin geht.

Auf direktem Weg fahren vom 14. Dezember an auch wieder die ICE- und IC-Züge zwischen Berlin und Hamburg, die bisher zum Teil wegen Bauarbeiten umgeleitet werden mussten. Der Früh-ICE ab Berlin hält wieder in Wittenberge.

Der IC von Norddeich nach Berlin wird bis Cottbus verlängert. Schneller erreichen Fahrgäste in Zukunft Prag, weil in Tschechien die Ausbauarbeiten beendet worden sind. Die Fahrtzeit verkürzt sich auf viereinhalb Stunden.

Nachtzug: Mehr Komfort bietet die Bahn im Nachtzug von Berlin nach Paris. Hier werden bereits seit 28.November neue Schlafwagen eingesetzt. Sie ersetzten die zum Teil mehr als 30 Jahre alten bisherigen Waggons.

Regionalverkehr: Hier soll es in den Zügen mehr Platz geben. Die Züge der RE 1 (Magdeburg/Brandenburg – Berlin – Frankfurt (Oder)/Eisenhüttenstadt werden alle mit fünf Doppelstockwagen unterwegs sein. Alle 30 Minuten halten die Züge nun auch in Werder (Havel). Auf vier Doppelstockwagen verstärkt wird die Linie RE 2 (Wismar – Berlin – Cottbus). Bei der RE 4 von Rathenow über Berlin nach Jüterbog fährt jeder zweite Zug weiter nach Wittenberg. Auf der RE 5 (Rostock – Berlin – Elsterwerda) erhalten ebenfalls alle Züge moderne Doppelstockwagen. Zudem gibt es frühmorgens und spätabends jeweils einen zusätzlichen Zug. Die RE 6 (Berlin – Neuruppin – Wittstock/Rheinsberg) beginnt wieder in Charlottenburg. Zwischen Neuruppin West und Wittstock fahren bis Jahresende Busse, weil die Gleisanlagen erneuert werden.

Zusätzliche Züge gibt es im „Studentenverkehr“ in Potsdam. Zwischen Hauptbahnhof und Golm fahren dann von 11 bis 16 Uhr alle 30 Minuten Züge. Keine Zugfahrten gibt es mehr zwischen Neustadt (Dosse) und Rathenow sowie zwischen Brandenburg und Belzig. Hier hat das Land Brandenburg den Zugverkehr aufgegeben.

Stadtverkehr Berlin: Die BVG ändert die Linienführung der Straßenbahn in ihrem „Nordnetz“. Die Linie 24 entfällt. Dafür fährt die 50 zum Virchow-Klinikum. Die 52 und 53 fahren bis Kupfergraben, sind aber statt alle 15 nur alle 20 Minuten unterwegs. Etliche Änderungen gibt es auch im Busnetz, wo der Parallelverkehr zur Straßenbahn aufgegeben werden soll.

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