Zeitung Heute : Kurzmeldungen

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KURZ NOTIERT

Lieber geregelt als flexibel. Zeitkonten beruhen auf dem Prinzip, Mehrarbeit anzusparen, die später als Freizeit entnommen werden kann. Doch von den Beschäftigten werden Arbeitszeitkonten nur sehr zögerlich genutzt. Das haben Forscher des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB, www.wzberlin.de) in einer Studie herausgefunden - und dieser Tage als Buch veröffentlicht. „Arbeitszeitkonten bringen für die Beschäftigten neue und schwer kalkulierbare Risiken mit sich“, sagt etwa Professor Eckart Hildebrandt, Co-Autor der Studie. Zum Problem würden Zeitkonten vor allem in Phasen starker Arbeitsbelastung, denn: „Der Alltag gerät dann unter einen enormen Organisations- und Gestaltungsdruck.“ Die Folge: Die Mehrheit der Beschäftigten halte weiterhin an geregelten Arbeitszeiten fest. Arbeitnehmer gäbe einem stabilen Arbeits- und Lebensrhythmus den Vorzug, auch das Freizeitverhalten sei weiterhin an traditionelle Zeitmuster angelehnt, vor allem an das Wochenende, berichten die WZB-Forscher in ihrer Studie. Zudem bergen Arbeitszeitkonten nach Meinung der Forscher ein Karriererisiko: „Wer geforderte Mehrarbeit ablehnt, riskiert einen Rückschritt auf der Karriereleiter.“ Ein zentrales Fazit der Forscher heißt: „Flexible Arbeitszeitmodelle führen weder automatisch zu höherer Zeitsouveränität noch zu höherer Lebensqualität.“

Matthias Eberling, Volker Hielscher, Eckart Hildebrandt, Kerstin Jürgens: Prekäre Balancen - Flexible Arbeitszeiten zwischen betrieblicher Regulierung und individuellen Ansprüchen, sigma-verlag, Berlin 2004, 18 Euro 90.

Top-Frauen bei Banken. Wer als Frau in einem Geldinstitut Karriere machen will, sollte sich möglichst eine große Bank als Arbeitgeber aussuchen. Dort sind im Durchschnitt 18,1 Prozent der Führungskräfte weiblich, in kleineren Geldhäusern liegt der Prozentsatz deutlich darunter. Diese Erkenntnis stammt aus einer Studie von Marion Festing, Professorin am Lehrstuhl für Personalmanagement und Interkulturelle Führung an der ESCP-EAP Europäische Wirtschaftshochschule Berlin, und Marie Christine Hansmeyer. Beide zusammen haben für ihre empirische Studie „Frauen in Führungspositionen bei Banken“ 59 Personalveranwrtliche und 161 weibliche Führungskräfte befragt. Die Ergebnisse stehen unter www.escp-eap.de. rch

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