Zeitung Heute : Kurzmeldungen

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Henning Rüden ist Direktor des Instituts für Hygiene und Umweltmedizin, Campus Benjamin Franklin der Berliner Charité. Wir wollten von ihm hören, welche Keime wir beim Frühjahrsputz leben lassen dürfen.

„Im Haushalt wird es mit der Hygiene zuweilen übertrieben. Es kann nicht darum gehen zu versuchen, unsere Umgebung keimfrei zu halten. Wir müssen uns mit Erregern auseinander setzen. Außerdem sind nur ein Promille der uns umgebenden Mikroorganismen Krankheitserreger. Wichtig ist, dass in der Küche nicht das Tauwasser vom Hähnchen rumschwimmt, während ich die Käsesahnetorte zubereite. Schwämme und Küchenhandtücher sollte man nach Gebrauch heiß auswaschen und trocknen, das tötet Nass - oder Pfützenkeime. Beim Abwaschen reichen Temperaturen von 50 bis 60 Grad, sowie das Abspülen unter fließendem Wasser.

Schimmelpilze haben ein allergenes Potenzial, auch im Bad. Diese sollte man mit Alkohol entfernen! Essig hilft da nicht, ansonsten ist das ein zuverlässiger Reiniger. Bitte keine chemischen Keulen verwenden, die etwa Natriumhypochlorit enthalten, das ist schädlich für die Haut. Der Einsatz von Desinfektionsmitteln ist überflüssig, auch nicht für die WC-Brille. Da müssten Sie schon einen großen Hautdefekt haben, um sich zu infizieren.

Der Staubsauger sollte einen Schwebstofffilter enthalten, sonst wirbeln Sie den Staub wieder raus. Und wenn Sie eine allergische Disposition gegen Hausstaubmilben haben, dann müssen Sie schon öfter reinigen. Da reicht Frühjahrsputz einmal im Jahr nicht.“

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