Zeitung Heute : Kurzmeldungen

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Bringt ein Arbeitnehmer über längere Zeit eine deutlich unterdurchschnittliche Leistung, kann sein Arbeitgeber eine personenbedingte oder eine verhaltensbedingte Kündigung aussprechen. Dieses Urteil (vom 11.Dezember 2003; Aktenzeichen: 2 AZR 667/02) fällte das Bundesarbeitsgericht Erfurt. Geklagt hatte, wie der Fachverlag für Recht und Führung berichtet, ein seit 1980 in einem Einzelhandelsunternehmen beschäftigter Arbeitnehmer. Sein Arbeitgeber zahlte eine Prämie, wenn vom Mitarbeiter eine „Normalleistung 1,0“ übertroffen wurde. Nach Ansicht des Unternehmens erreichte der Kläger diese Normalleistung länger als ein Jahr lang nicht, er habe zwischen 40 und 50 Prozent unterhalb der Durchschnittsleistung gelegen. In zwei Abmahnungen, so berichtet www.rufusnewsletter.de, wurde er zu mindestens 100 Prozent Leistung aufgefordert. Als dies nicht geschah, kündigte der Arbeitgeber. Nach Ansicht des Bundesarbeitsgerichts setzt eine verhaltensbedingte Kündigung eine Pflichtverletzung des Mitarbeiters voraus. Dieser verhalte sich so lange vertragsgemäß, wie er seine persönliche Leistungsfähigkeit angemessen ausschöpfe. Unterschreite er die vom Arbeitgeber gesetzte Norm, stelle das noch keine Verletzung seiner Vertragspflicht dar. Komme der Mitarbeiter aber dauerhaft nicht auf die Norm, gelte dies als Anzeichen dafür, dass er weniger Einsatz zeigt, als er könnte. Für eine personenbedingte Kündigung müsse der Arbeitnehmer über längere Zeit leistungsschwach gewesen sein. Tsp

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