Zeitung Heute : Land und Leute inklusive

Anja SteinbuchD
England ist das beliebteste Ziel bei Sprachreisen. Wohnen kann man in einer Gastfamilie oder im Internat. Foto: Thilo Rückeis
England ist das beliebteste Ziel bei Sprachreisen. Wohnen kann man in einer Gastfamilie oder im Internat. Foto: Thilo Rückeis

Um die Schulnote aufzupolieren, schicken viele Eltern ihre Sprösslinge in den Ferien zu Sprachkursen nach England, Frankreich oder Spanien – um nur einige Ziele zu nennen. Dass das Lernen leichter fällt, wenn Jugendliche dort auch Sport treiben oder sich handwerklich betätigen können, hat sich herumgesprochen. Die meisten Reiseveranstalter haben deshalb neben Konversation, Grammatik und Vokabeltraining auch Aktivitäten wie Handball, Reiten, Klettern oder Patchworken im Programm.

Die Zahl der Anbieter ist groß. Neben Branchengrößen wie EF, Studiosus, Matthes, Do it Sprachreisen oder IST gibt es auch viele kleinere gute Veranstalter. Für den ersten Kontakt empfiehlt sich der Online-Auftritt. Dort stellt sich bald heraus, wer wo seine Schwerpunkte hat. Doch wie findet man die richtige Sprachreise? Und vor allem: Wie erkennt man schwarze Schafe?

Broschüren und hilfreiche Tipps haben die Verbraucherschützer von der Aktion Bildungsinformation (ABI) in Stuttgart zusammengestellt. „Grundsätzlich sollte man vor dem Buchen einer Sprachreise ebenso sorgfältig abwägen und Preise vergleichen wie bei einem herkömmlichen Urlaub“, erklärt Barbara Engler, Sprachreiseexpertin bei der ABI. „Zehn bis 20 Prozent Preisnachlass werden derzeit zum Beispiel bei einigen Englandreisen geboten.“ Der Grund ist das für die Eurozone günstige Pfund. Am besten lässt man sich mehrere Angebote von verschiedenen Firmen schriftlich geben und vergleicht in aller Ruhe. Engler rät außerdem, genau nach den Nebenkosten zu fragen. Dazu gehören Reisekosten, Ausflüge, Bücher und Hefte sowie Versicherungen.

Bevor die Reise bezahlt wird, sollten alle Leistungen schriftlich festgelegt sein. „Ganz wichtig ist ein Sicherungsschein“, unterstreicht Engler. Man solle in keinem Fall eine Anzahlung auf den Reisepreis machen, bevor man das Sicherheitsdokument in Händen hält. Außerdem empfiehlt sie deutsche Veranstalter, da diese dem deutschen Reiserecht verpflichtet seien und auch bei Insolvenz zahlungspflichtig blieben. Engler warnt dagegen vor dem Buchen auf eigene Faust bei nicht anerkannten Sprachinstituten, da diese nicht regelmäßig überprüft würden.

Wichtig ist auch die Mischung der Lerngruppen. Denn nur wer in interkulturellen Klassen, also zusammen mit Nichtdeutschen, lernt wird auch in der Freizeit die Fremdsprache einsetzen. Außerdem sollte man darauf achten, dass die Lehrer Muttersprachler sind. Während dies zum Beispiel in England, Irland oder den USA die Regel ist, sollten Eltern beim Sprachreiseziel Malta schon etwas genauer nachfragen, wer an der Tafel steht. Beliebt ist die Insel vor allem beim Nachwuchs, weil dort nicht nur Englisch gesprochen und gelehrt wird, sondern auch Sonnenbaden und Wassersport locken. Allerdings: Ein Malteser hat Englisch – genau wie seine Schüler – erst lernen müssen. Muttersprachler sind als Lehrende aber auf jeden Fall die bessere Alternative. Anja Steinbuch

Die Aktion Bildungsinformation hält unter www.abi-ev.de (Kapitel „Sprachreisen“) viele nützliche Tipps bereit. Außerdem kann man dort Info-Broschüren zum Thema herunterladen.

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