Zeitung Heute : Landowsky-Affäre: Eigener Wunsch, größtes Bedauern

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Die Nachricht fiel knapp aus und enthielt die üblichen Ingredienzien: "Die Bankgesellschaft Berlin AG gibt bekannt, dass Klaus Landowsky, Vorsitzender des Vorstandes der Berlin-Hannoverschen Hypothekenbank AG, mit dem Ablauf der Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2000 am 23. Mai 2001 seine Funktion als Vorstand niedergelegt hat." Die Entscheidung sei auf eigenen Wunsch erfolgt, hieß es weiter. Der Aufsichtsratsvorsitzende der Berlin Hyp und Chef der Bankgesellschaft, Wolfgang Rupf, bedauere diese Entwicklung sehr. Für seine 28-jährige Tätigkeit, für sein Engagement und seinen Einsatz sowie Integrität und Verantwortung danke Rupf Landowsky ausdrücklich. Mit der Entscheidung bringe Landowsky seine Verantwortung für den Konzern zum Ausdruck. Dies verdiene hohen Respekt.

Klaus Landowsky hat sich selbst immer als Vollblut-Banker bezeichnet. "Die Bank ist mein Beruf, hier verdiene ich mein Geld", waren seine Worte. Liebend gerne wäre er wohl auch Vorstandssprecher der Bankgesellschaft geworden. Immerhin hatte er maßgeblichen Anteil am Zustandekommen des Instituts, das zwischenzeitlich auf Platz acht der deutschen Bank-Rangliste lag. Landowsky, der gelernte Jurist, trat 1973 zunächst als Vorstandsassistent, dann als Justiziar in die Pfandbrief-Bank ein, wie die Berlin Hyp damals hieß. 1978 wurde Landowsky Vorstandsmitglied, 1988 Vorstandsvorsitzender der Berliner Hypotheken- und Pfandbriefbank. Seit Juni 1996 war er Chef der Berlin Hyp. Unter der Führung von Landowsky entwickelte sich die Berliner Hypotheken- und Pfandbriefbank von einem Institut mit nur lokaler Bedeutung zu einer der größten deutschen Hypothekenbanken. Die Berlin Hyp war an der Finanzierung wichtiger Bauvorhaben in Berlin beteiligt. Dazu gehörten das Willy-Brandt-Haus der SPD ebenso wie die Parteizentrale der CDU in Tiergarten oder das Karl-Liebknecht-Haus der PDS.

Dass Landowsky über eine Kreditvergabe stürzt, verwundert. Kollegen schätzten ihn als umsichtigen und vorsichtigen Banker. Er stehe lieber auf der sicheren Seite, wurde ihm bei Bankgeschäften nachgesagt.

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