Zeitung Heute : Landtag im Schloss wäre Luxus-Lösung

Der Tagesspiegel

Potsdam. Schlechte Nachrichten für die Befürworter des Schlossaufbaus in Potsdam: Nach einem Vergleich der Standorte für den geplanten Landtagsneubau schneidet der Alte Markt - von Potsdams Oberbürgermeister Matthias Platzeck favorisiert - bei den Kosten am schlechtesten ab. In Regierungs- und Parlamentskreisen zeigte man sich skeptisch, ob das „Landtags-Schloss“ unter diesen Umständen gebaut werden könne.

Nach dem Standort-Vergleich, der gestern im Landtagspräsidium beraten wurde, würde der Aufbau des Schlosses als Landtagssitz 129 Millionen Euro kosten, hinzu kämen die Mittel für Grabungen sowie für die Verlegung von Straßen, Schienen und Versorgungstrassen. Sie werden von Fachleuten auf 15 Millionen Euro geschätzt. Deutlich billiger wären Neubauten an den Standorten Speicherstadt (75 Millionen Euro) und Nuthemündung (79 Millionen Euro), Grundstückskäufe bereits eingerechnet. Die billigste Lösung wäre eine Sanierung des derzeitigen Landtagsgebäudes, der ehemaligen Reichskriegsschule. Dafür müssten nur 59,5 Millionen Euro ausgegeben werden. Die genannten Kosten würden sich um rund 13 Millionen Euro verteuern, wenn der Landtag für ein gemeinsames Berlin-Brandenburger Parlament gebaut würde. Vertreter der Landtagsfraktionen sagten gestern, dass mit dem Kostenvergleich noch keine Vorentscheidung gefallen sei. CDU-Fraktionschefin Beate Blechinger kritisierte einige Zahlen als nicht vergleichbar. Ihr SPD-Kollege Gunter Fritsch erklärte, man müsse beim Standort Alter Markt berücksichtigen, dass es auch darum gehe, Potsdams historische Mitte „wiederzugewinnen“. Auch das Finanzministerium hebt in dem Vergleich hervor, dass der Wiederaufbau des Stadtschlosses als Landtagssitz „ein Beitrag zur von der Stadt Potsdam angestrebten Stadtreparatur“ wäre.“ Voraussetzung wären aber „erhebliche kommunale Investitionen“. Michael Mara

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