Zeitung Heute : Lange diskutierter Neubau in Schöneberg könnte die letzten Hürden nehmen - Heute BVV

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An der Potsdamer Straße, Ecke Kurfürstenstraße, heute noch eine unansehnliche Ecke, könnte Mitte kommenden Jahres mit dem Bau eines sechs- bis siebengeschossigen Hotel- und Geschäftshauses begonnen werden. Vorausgesetzt, die Bezirksverordneten stimmen heute für die vorzeitige Festsetzung eines Bebauungsplanes für das Grundstück der Firma Wegert. Die Grünen hatten den Plan kritisiert, weil er nur Gewerbe vorsieht. Doch der Stadtentwicklungsausschuss war für das Vorhaben, so dass es heute wahrscheinlich auch die BVV (heute 16 Uhr, Rathaus Schöneberg) passieren wird. Das Genehmigungsverfahren dauert schon mehrere Jahre.

Noch steht auf dem Areal ein wenig ansehnlicher Bau aus den späten 60er Jahren, lange Zeit Wegert-Zentrale. Für die expandierende Elektro-Handelskette wurde das Gebäude zu eng, sie verlegte Firmensitz und Lager an die Schöneberger Kolonnenstraße. Die Wegert Verwaltungs GmbH & Co. Potsdamer Straße KG bringt nun die Neubaupläne voran. Prokurist Jochen Krebs hofft auf eine schnelle Baugenehmigung. Der Abriss des alten Gebäudes könnte dann im kommenden Frühjahr beginnen, erster Spatenstich für das neue Geschäftshaus Mitte des Jahres sein.

Geplant sind derzeit ein Mittelklassehotel, Sauna und Fitnessräume, eine Ladenzeile, sowie Räume für ein Büroservice-Unternehmen. Geschäftsleute sollen dort einzelne Arbeitsplätze oder einen ganzen Bürotrakt komplett eingerichtet auch kurzzeitig mieten können. Nach einem Entwurf des Architekturbüros Schmidt und Kraft erreichen fünf Geschosse die Traufhöhe von 22 Metern, das sechste ist etwas nach Innen versetzt. Der vorläufige Plan sieht eine Sandsteinfassade mit Glas- und Stahl-Erkern, sowie ein turmartiges siebtes Stockwerk vor.

Nicht klar ist nach Angaben von Wegert-Prokurist Krebs bislang, ob das Unternehmen das Bauprojekt in eigener Regie oder mit Partnern entwickeln wird, wenn die Bezirksverordneten zustimmen. Krebs schätzt, das eine Summe von 40 bis 60 Millionen Mark investiert werden könnte. Für das geplante Hotel interessieren sich nach Angaben des Architekten Ernst Kraft bereits eine Reihe von potenziellen Betreibern.

Die Grünen hatten die dichte und ausschließlich auf Gewerbe ausgerichtete Bebauung in dem sozial schwachen, früheren Sanierungsgebiet kritisiert. Abgesehen von den Autos entlang dem Straßenstrich sei die Gegend abends "mehr oder weniger tot", sagte der Abgeordnete Ralf Kühne. Wohnungen hätten die Gegend aufgewertet. Wegert hat sich verpflichtet, als Ausgleich für die dichte Bauweise einen Spielplatz auf einem Nachbarareal zu finanzieren.

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