LANGE NACHT : Virtuelles Wettbüro Warum Seifenblasen schillern

Ljiljana Nikolic

In der Langen Nacht der Wissenschaften am 14. Juni präsentiert sich das In stitut für Mathematik mit vielen spannenden Projekten. So wird anlässlich der Fußball-EM ein virtuelles Wettbüro gestartet, an Hand dessen Funktionsweisen und sichere Gewinnmöglichkeiten erklärt werden. „Warum ist es leichter die Fläche von China zu bestimmen als die Fläche des Tegeler Sees?“, wird in einem geometrischen Vortrag gefragt. HU

Infos zu Langen Nacht im Internet:

www.langenachtderwissenschaften.de

Das kennt man aus Kindheitstagen. Der Blick in die „Röhre“, es entsteht ein fantastisch buntes Bild aus vielen Einzelteilchen. Ein bisschen gedreht und ein neues Bild setzt sich zusammen. Damit alle Schülerinnen und Schüler das Farbenspiel des Kaleidoskops sehen können, wird es an die Wand gebeamt. Es ist Mittwoch, und eine Berliner Schulklasse hat sich im Unilab eingefunden. Es geht heute um ausgewählte Phänomene rund um den Spiegel. Nach dem Einstiegsexperiment arbeiten die Schüler der 6. Klasse in Arbeitsgruppen zum Thema. Wie und wo entsteht ein Spiegelbild? Wie viele und wie müssen die Spiegel im Kaleidoskop angeordnet sein? Schritt für Schritt erforschen die Schüler die Materie, um am Ende selbst ein Kaleidoskop zu bauen.

Schulklassen sind regelmäßig zu Gast im Unilab-Schülerlabor im Großen Windkanal auf dem mathematisch-naturwissenschaftlichen Campus der Humboldt-Universität in Adlershof. Alltägliche Phänomene aus der Physik, aber auch aus der Chemie, Biologie oder Sportwissenschaft werden hier auf praktische Weise bearbeitet. Die Veranstaltungen tragen Titel, wie „Warum schillern die Seifenblasen bunt?“, „Höre, wie die Stäbe klingen“ oder „Unter Wolken“. „Die Schüler sollen im Pestalozzischen Sinne mit Kopf, Herz und Hand lernen“, erklärt der Physiker und Fachdidaktiker Lutz-Helmut Schön das Konzept. Der Professor hat das Unilab 2004 initiiert. Mit seinen Kollegen aus der Didaktik erhofft er sich vor allem Impulse für einen moderneren und qualitativ besseren Schulunterricht. Die Lernmodule werden von Studierenden, Lehrern und Wissenschaftlern gemeinsam erarbeitet und getestet.

Das Schülerlabor befindet sich im oberen Geschoss des Großen Windkanals. Für das Unilab wurde es aufwändig umgebaut. Der Große Windkanal war in den 1930er-Jahren von der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt (DVL) errichtet worden und gehört nun zum Campus der Universität.

„Mit jungen Schülern wird mehr gebastelt, ältere benötigen den einen oder anderen komplizierten Versuchsaufbau“, erklärt Schön. Außerdem hält das Unilab für Lerngruppen der Oberstufe einen Pool physikalischer Geräte bereit, die in vielen Schulsammlungen fehlen. Die Schülergruppen werden von Lehrern und Lehramtsstudierenden betreut, die zukünftigen Lehrer können im Unilab erste Lehrerfahrungen sammeln, unkonventionelle Unterrichtsmethoden erarbeiten und mit fachdidaktischer Begleitung erproben. Mit dabei sind zwei Lehrer, die von der Schulverwaltung halbtags freigestellt sind und ebenfalls zum Gelingen des außergewöhnlichen Labors beitragen. Ljiljana Nikolic

Informationen im Internet:

http://unilab.physik.hu-berlin.de

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