Zeitung Heute : „Lass’ dir helfen – und sei selbstständig“ Was eine Tutorin Studienbewerbern rät

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Müssen sich Abiturienten an 20 Hochschulen bundesweit bewerben, um überhaupt eine Chance zu haben?

Wichtig ist, sich so früh wie möglich zu informieren, wo es welche Studiengänge gibt, die einen interessieren, welche Voraussetzungen man braucht und wann die Bewerbungsfristen sind – am besten schon in der letzten Abitur-Phase. Ob man sich deutschlandweit bewirbt, hängt davon ab, was für ein Typ man ist. Ist man eher sicherheitsorientiert und will den Studiengang unbedingt machen, dann macht es schon Sinn, sich gleichzeitig in Berlin, Paderborn oder Klagenfurt zu bewerben.

Würden Sie sich noch einmal an der HU bewerben?

Ja, ausschlaggebend war für mich das Profil meines Studiengangs. Dazu kommt, das die HU außerordentlich schön im Herzen der Stadt liegt. Die Uni ist sehr forschungsstark und hat viele interessante Kooperationen und Möglichkeiten für zusätzliche Qualifikationen.

Hauptsache studieren – egal welches Fach?

Es bringt nichts, nur um des Studierens willen zu studieren. In unserer Orientierungs-Veranstaltung „Vom Suchen und Finden des Studienfachs“ am 8. Mai wollen wir Hilfe zur Selbsthilfe geben. Jeder muss das Verhältnis zwischen Eignung, Neigung und Chancen selber erkunden. Die Veranstaltung soll auch Panik-Reaktionen verhindern, damit man sich nicht unüberlegt für irgendein Fach bewirbt, einschreibt und es dann später bereut.

Welche Anfängerfehler kann ich vermeiden – und welche müssen gemacht werden?

Es gibt an der HU einen großen Beratungs- und Hilfe-Apparat für inhaltliche und formale Fragen. Vielen Fehlern kann man durch ausreichende Vorinformationen vorbeugen. Aber das hat Grenzen: Bereits die Bewerbungsprozedur erfordert große Selbstständigkeit. Die Entscheidung, was und wo man studiert, kann einem niemand abnehmen. Alle Beratungsstellen der HU versuchen, diese Selbstständigkeit zu fördern.

Schaffen nur Überflieger die Regelstudienzeit?

Die Regelstudienzeit ist zu schaffen! Doch man sollte seine Studienordnung kennen – das hilft enorm dabei, gelassen zu bleiben. Jeder hat ein unterschiedliches Arbeitstempo, daher muss man vorher wissen, worauf man sich einlässt.

Die Fragen stellte Erik Wenk.

Sophie Friedrichs (32) studiert „Europäische Literaturen“ an der HU und ist Koordinatorin des neuen Compass-Tutor-Programms für Studienbewerber, das Ende April startet.

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