Zeitung Heute : Lauter Pannen

Der Tagesspiegel

Die Spenden-Affäre: Der Kanzler war wütend wie selten. Denn er weiß: Die Klüngel- und Korruptionsgeschichten der SPD aus Nordrhein-Westfalen können ganz schnell auch seine Wiederwahl gefährden, schließlich war ausgerechnet Schröders Einpeitscher und Generalsekretär Franz Müntefering dort lange Jahre Landeschef der Sozialdemokraten.

Der Europa-Minister: Mal wieder so eine Idee, die der Kanzler völlig ohne Vorwarnung via FAZ verbreiten ließ, um sie dann im Bundestag zu bestätigen: Die deutschen Industrie-Interessen seien nicht ausreichend in Brüssel vertreten, befand der Kanzler und zog sich damit nicht nur den Zorn der Brüsseler EU-Kommission zu, sondern auch die des grünen Außenministers. Der will schließlich nicht ausgerechnet im Wahljahr eine Debatte um eine Beschneidung seiner Kompetenzen.

Die Holzmann-Pleite: 1999 war der Kanzler noch der große Retter, die einfachen Mitarbeiter des Konzerns feierten ihn seinerzeit mit „Schröder-Schröder“-Sprechchören. Das war die Vergangenheit: Trotz der damaligen Intervention des Kanzlers musste der Konzern Insolvenz anmelden. Und Gerhard Schröder kann auch diesen Triumph nicht mehr als Wahlkämpfer nutzen.

Arbeitsmarkt: Auch hier war es eng für den Kanzler. Beinahe wäre das neue Reformgesetz für die Bundesanstalt für Arbeit im Bundesrat im Vermittlungsausschuss gelandet. Auch hier half nur massiver Druck vom Kanzleramt auf die Länder Berlin und Mecklenburg-Vorpommern. Tsp

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