Zeitung Heute : Leben wie Gott in Frankreich: Tipps zum Hauserwerb in "Gallien"

Harald Olkus

Immobilienerwerb ist in Frankreich eine sichere Sache. Das schreibt Hans-Lothar Merten in "Traumhaus an der Sonne". In dem Buch stellt er den Immobilienerwerb in verschiedenen Urlaubsländern auf den Prüfstand. Doch in keinem anderen Land Europas gebe es so viele Schlösser und Landhäuser, die auf einen Käufer warten und so viele Zweitresidenzen wie in Frankreich: etwa 2,5 Mill. Immobilien werden nur am Wochenende und in den Ferien genutzt. Die Preisspanne sei enorm. Im dünn besiedelten Hinterland koste ein ganzes Anwesen so viel wie ein kleines Appartement an der Küste. So koste in der Auvergne ein kleines Herrenhaus mit Park 250 000 DM, für dasselbe Geld sei in einer Golfanlage in der Provence nur ein Zwei-Zimmer-Appartement zu haben.

Habe der Immobilienkäufer in Frankreich das Objekt seines Begehrens entdeckt, dann könne nicht mehr viel schief gehen. Das Maklerwesen sei streng geregelt, und die Immobilien würden lastenfrei übertragen. Dafür hafte der Notar. Jeder Transaktion gehe ein formloser Vorvertrag voraus. Er sei für beide Parteien verbindlich. Der Vorvertrag werde auch beim Notar eingereicht. Enthält das Schriftstück "auflösende" Bedingungen, die später nicht eingehalten werden, könne der Interessent vom Kauf zurücktreten. Vor Abschluss des eigentlichen Vertages müsse der Käufer zehn Prozent der Kaufsumme entrichten. Das Geld sollte auf jeden Fall auf ein Treuhandkonto des Notars eingezahlt werden, heißt es in dem Ratgeber.

In Frankreich, so die Publikation weiter, würden beim Kauf einer Immobilie relativ hohe Steuern fällig: Bei fertigen Gebäude aus privater Hand seien 15,4 Prozent Grund-erwerbssteuer an das Departement zu entrichten. Hinzu kämen 1,2 Prozent Gemeindezuschlag-Steuer. Für eine Wohnung oder ein Haus, die der Eigentümer nur zu Wohnzwecken nutzt, verlange der Fiskus erheblich weniger Steuern: Hier fielen nur 4,2 Prozent Grunderwerbsteuer zuzüglich 1,2 Prozent Gemeindezuschlag-Steuer an. Beim Erwerb von Bauland oder neuen Gebäuden vom Promoter sei dagegen eine Mehrwertsteuer von 13,2 Prozent zu entrichten. Die Makler dürften einschließlich Mehrwertsteuer eine Courtage zwischen sieben und acht Prozent des Kaufpreises verlangen. Der Notar berechne noch einmal 4,8 Prozent der Kaufsumme.

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