Zeitung Heute : Leckeres im Doppelpack

Systemgastronomie modern: „Vapiano“ eröffnet, „Maoa“ ist schon da

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Berlin ist mit Luxusrestaurants und kleinen Gourmetlokalen gut bestückt und muss sich in dieser Hinsicht hinter keiner deutschen Großstadt verstecken. Doch neue Konzepte, die auf weniger begüterte, jüngere Esser zielen und in Richtung Fast Food tendieren, setzen sich in Berlin langsamer durch als im Rest der kulinarischen Welt – die Übermacht von Currywurst und Döner an der Spree gilt als besonders schwer zu brechen.

Deshalb wurde ein Erfolgskonzept wie „Vapiano“ auch erst in acht Restaurants im begüterten alten Westen der Republik perfektioniert, bevor es nun in gleich zwei Berliner Filialen ausprobiert wird: Am 24. April ist Eröffnung an der Ecke Joachimstaler/Augsburger Straße, am 5. Mai folgt der Betrieb am Potsdamer Platz.

In beiden Fällen tritt die Vapiano AG selbst als Betreiber auf, was nicht unbedingt selbstverständlich ist, denn es handelt sich um ein Franchise-Konzept, in das auch selbstständige Lizenznehmer einsteigen können. Das Grundprinzip ist aber immer gleich: Es gibt Pasta und Pizza, dazu ergänzend Antipasti, Salate, Desserts und die passenden Getränke. Das klingt nicht übermäßig originell, gewinnt seinen Reiz aber durch verschiedene Faktoren. Die Köche arbeiten hinter einer offenen Theke – jeder Gast bestellt direkt bei ihnen und kann die Fertigstellung beobachten; sämtliche Nudeln werden im Betrieb selbst angefertigt.

Die Ästhetik verweigert sich dem Italo-Klischee, nimmt eher fernöstliche Inspirationen auf – die Filialen werden nach Entwürfen des Mailänder Stardesigners Matteo Thun gestaltet. Und: Die Preise liegen deutlich unter Pizzeria-Standard, orientieren sich am Niveau eines üblichen SB-Restaurants. Pizza gibt es ab fünf Euro. Erfolg scheint programmiert: Die nächsten Eröffnungen sind in Den Haag, Istanbul und Washington.

„Maoa“ dagegen ist ein Berliner Einzelstück. Das große Restaurant am Leipziger Platz setzt das bekannte Konzept des „Mongolian Barbecue“ in aktueller Fassung um: Jeder Gast kann sich Fleisch, Fisch und Gemüse an einem Buffet beliebig zusammenstellen, mit einer von vielen vorbereiteten Marinaden mischen und vom Personal – ebenfalls in offener Küche – fertig stellen lassen. Der Reiz liegt im asiatischen Touch und den exotischen Fleischsorten wie Känguruh, Strauß und Krokodil, die das traditionelle Angebot ergänzen. Und das Konzept funktioniert, ebenso wie Vapiano, weitgehend ohne gelernte Köche. Das kommt dem sparsamen Gast auf der Rechnung zugute. bm

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